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Mobilität

DETAIL 3/2020

Stellen wir uns für einen Moment die Zukunft unserer Städte vor. Parkende Autos gibt es kaum mehr, der motorisierte ­Verkehr ist stark eingeschränkt, laute Verkehrsachsen haben sich in Flaniermeilen verwandelt. Natürlich ist dies eine ­optimistische Vision, aber naiv ist sie keineswegs. Denn für die Mobilität der Zukunft zeichnet sich ein tiefgreifender Paradigmenwechsel ab, der bereits jetzt zu sichtbaren Veränderungen im urbanen Raum führt. Parkende Autos verschwinden zunehmend aus dem Stadtbild. Immer mehr Menschen greifen auf Sharing-Modelle statt auf einen eigenen Pkw zurück. Das autonome Fahren wird nach dem jetzigen Stand der Technik in absehbarer Zeit Realität und zieht maßgebliche Konsequenzen nach sich. Neben dem öffentlichen Nahverkehr, der an seine Kapazitätsgrenzen gerät und dringend ausgebaut werden muss, werden sich neue Fortbewegungsmittel als Alternative im Stadtverkehr behaupten. Die Folgen dieser Entwicklung ­lassen sich teils schon heute beobachten und sind oftmals von der Politik gesteuert. Strenge Abgasverordnungen, die City-Maut und immer weniger Parkmöglichkeiten tragen dazu bei, den öffentlichen Raum aufzuwerten und seine Qualitäten jenseits des Autos neu zu entdecken. Die autogerechte Stadt hat unsere Innenstädte jahrzehntelang geprägt, doch nun hat dieses Konzept endgültig ausgedient. Galt das Auto früher als Symbol der individuellen Freiheit, so sehen die meisten Städter heute in ihm die Ursache für Umweltbelastungen, Lärm und hohe Kosten.

Es ist höchste Zeit, dass wir gezielt darüber nachdenken, wie wir dieses Umdenken in Sachen Mobilität begleiten – mit stadtplanerischen Maßnahmen und Gebäuden, die auf unsere Bedürfnisse reagieren. Doch welche Nutzungen sind uns wichtig für den Alltag? Wie müssen unsere Bahnhöfe konzipiert sein, welche zusätzlichen Möglichkeiten und Funktionen brauchen wir? Nicht nur Stadtverwaltungen und Gemeinden, sondern auch Stadtplaner und Architekten sind nun gefragt, zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln. Letztlich gibt uns die neue Ära der Mobilität die Chance, unsere Städte neu auszurichten und neue Alltagsqualitäten zu schaffen.

Für unsere Konzeptausgabe im März haben wir aktuelle Projekte ausgewählt, die kleine oder große Meilensteine für die Zukunft darstellen und überlegte kontextuelle Lösungen anbieten. Dazu gehört der konsequente Ausbau des Nahverkehrs, wie ihn zum Beispiel die Stadt Kopenhagen verfolgt. Dort schließt der neue Innenstadtring der Metro mit 17 Stationen eine Lücke. Die Architektur dieses anspruchsvollen Projekts ist durch viele Aspekte wie etwa die gekonnte Lenkung des Tageslichts in den Untergrund vorbildhaft.

Der zweite ausführlich dokumentierte Prozess in diesem Heft widmet sich dem Umbau des Bahnhofsgebäudes in Rennes. Mit ihm stellt sich die Stadt in der Bretagne nicht nur auf die Prognose ein, dass die Anzahl der Fahrgäste in den nächsten 20 Jahren um 50 Prozent steigen wird. Auch die Frage, wie der Bahnhof in Zukunft in den urbanen Raum integriert ist, war eine der entscheidenden ­planerischen Herausforderungen.

Die Typologien in diesem Konzept-Heft, dessen Projekte unsere Redakteurin Julia Liese zusammengestellt hat, dokumentieren vielfältige Maßnahmen, mit denen sich Städte auf eine neue Ära des Verkehrs einstellen und auf die Bedürfnisse der Menschen reagieren. Wir zeigen Ihnen den Umbau eines brutalistischen Busbahnhofs im ­nordenglischen Preston und Fahrradgaragen in Erfurt und ­Amsterdam. Auch Parkhäuser an strategisch günstigen ­Knotenpunkten wie in Zutphen in Holland sind mit Blick auf die Zukunft realisiert.

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