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15 Fragen und Antworten zur Abdichtung von Innenräumen

Entscheidend für die Abdichtung im Bad ist, dass die Verbundabdichtungen mit der Einarbeitung in Teil 3 der DIN 18534 den Status einer Normabdichtung erhalten hat. Planung und Ausführung werden zudem durch die Wassereinwirkungsklassen erleichtert. Sie haben die früheren Feuchtigkeitsbeanspruchungsklassen ersetzt. Die KALDEWEI Dichtsysteme lassen sich dank vorgefertigter Elemente einfach verarbeiten und schnell fixieren. Sie sind im Verbund mit Produkten der Firma Sopro allgemein bauaufsichtlich geprüft. Speziell für die Abdichtung bodeneben eingebauter Duschflächen hat KALDEWEI das Dichtset Bodeneben entwickelt. Antworten auf die wichtigsten Fragen zur neuen Abdichtungsnorm. (1)

Fragen und Antworten zur DIN 18534

1. Welchen Anwendungsbereich regelt DIN 18534, Teil 1?
Durch Brauch- und Reinigungswasser beanspruchte Flächen, z.B.
- Badezimmer, Duschanlagen
- Schwimmbeckenumgänge
- Gewerbliche genutzte Küchen

2. Welche Wassereinwirklassen werden in DIN 18534, Teil 1 definiert?
Wassereinwirkungsklassen
- W0-I gering
- W1-I mäßig
- W2-I hoch
- W3-I sehr hoch

3. Welcher Wassereinwirkungsklasse wird das Badezimmer mit Duschtasse und Badewanne zugeordnet?
Außerhalb der Badewannen und Duschtassen tritt maximal eine Spritzwasserbeanspruchung auf. Deshalb werden diese Bereiche der Wassereinwirkungsklasse W1-I zugeordnet. Dies betrifft auch Bodenflächen außerhalb von Duschen mit Bodenabläufen im Raum.

4. Welcher Wassereinwirkungsklasse werden bodengleiche Duschen zugeordnet?
Der eigentliche Bereich einer bodengleichen Dusche mit Duschabtrennung oder bei offenen bodengleichen Duschen inkl. der gesamten Bodenfläche werden der Wassereinwirkungsklasse W2-I – dies bedeutet hohe Wassereinwirkung – zugeordnet.

5. Welche Abdichtungsuntergründe sind bei den Wassereinwirkungsklassen W0-I und W1-I zulässig?
Für die Wassereinwirkungsklasse W0-I und W1–I sind auch feuchteempfindliche Untergründe zulässig.
- Gips- und Gipskalkputze nach DIN EN 13279-1
- Gips-Wandbauplatten nach DIN EN 12859
- Gipsplatten mit Vliesarmierung nach DIN EN 15283-1
- Gipsfaserplatten nach DIN EN 15283-2
- Gipsplatten nach DIN 18180 bzw. DIN EN 520
- Calciumsulfatgebundene Estriche nach DIN EN 13813

6. Welche Abdichtungsuntergründe sind bei den Wassereinwirkklassen W2-I und W3-I zugelassen?
Für die Wassereinwirkungsklassen W2-I und W3-I sind nur feuchteunempfindliche Untergründe zugelassen.
- Beton nach DIN EN 1992
- Kalkzementputz der Mörtelgruppe CS II/III nach DIN EN 998-1
- Zementputz der Mörtelgruppe CS IV nach DIN EN 998-1
- Hohlwandplatten aus Leichtbeton nach DIN 18148
- Zementgebundene mineralische Bauplatten
- Porenbeton-Bauplatte nach DIN 4166
- Zementestrich
- Verbundelemente aus expandiertem oder extrudiertem Polystyrol mit Mörtelbeschichtung und Gewebearmierung

7. Welche Rissklassen der Abdichtungsuntergründe werden in DIN 18534, Teil 1, geregelt?
Rissklassen der Abdichtungsuntergründe werden unterteilt in
- R1-I (bis ca. 0,2 mm); z.B. Stahlbeton, Estriche, Mauerwerk, Putze, starre Fuge zwischen Gipskarton-/Gipsfaserplatten
- R2-I (bis ca. 0,5 mm); z.B. Fugen von großformatigem Mauerwerk
- R3-I (bis ca. 1,0 mm + Rissversatz bis ca. 0,5 mm); z.B. Aufstandsfugen von Mauerwerk, Materialübergänge

8. Wie hoch müssen Bodenabdichtungen im Wandbereich hochgeführt werden?
Werden lediglich Bodenflächen in Badezimmern und Nassräumen abgedichtet, ist die Abdichtung mindestens 5 cm über Oberkante Fertigfußboden OKFF hochzuführen.

9. Welche Anforderungen werden an die Abdichtungen von Bereichen unter oder hinter Badewannen und Duschtassen gestellt?
DIN 18 534 gibt zwei Lösungen vor, wie Wannen und Duschtassen einzudichten sind. Zum einen das Abdichten unterhalb der Wanne, wobei hier vorgegeben ist, dass nur noch die Installationsleitungen dort liegen dürfen, welche benötigt werden, um die Wanne anschließen zu können. Zum anderen der Einsatz von Wannendichtbandlösungen, welche am Wannenrand angeklebt werden und in das Verbund-Abdichtungssystem an Wand und Boden eingearbeitet werden.

10. Welche Fliesenverbundabdichtungsstoffe werden in DIN 18534, Teil 3, geregelt?
Flüssig zu verarbeitende Fliesenverbundabdichtungen (AIV-F) müssen aus folgenden Werkstoffgruppen bestehen:
- Polymerdispersionen (DM)
- Rissüberbrückende, mineralische Dichtungsschlämmen MDS (CM)
- Reaktionsharze (RM)

11. Bei welchen Wassereinwirkungsklassen dürfen Polymerdispersionen (AIV F) (DM) eingesetzt werden?

- W0-I Wand- und Boden
- W1-I Wand und Boden
- W2-I nur im Wandbereich
- W3-I keine Anwendung

12. Können Fliesenverbundabdichtungen (AIV-F) auch direkt genutzt werden?
DIN 18534, Teil 3, sieht für Fliesenverbundabdichtungen generell Nutzschichten, z.B. aus
- keramischen Fliesen und Platten
- Bodenklinkerplatten
- Naturwerkstein
- Betonwerkstein
- Glas, Porzellan, Steinmosaik
vor. Eine direkte Nutzung der Abdichtung ohne Schutzschicht ist eine Sonderkonstruktion und nicht in dieser Norm geregelt.

13. Werden in DIN 18534, Teil 3, auch Dichtbandkomponenten geregelt?
Dichtbandkomponenten gehören generell zum Fliesenverbundabdichtungssystem und müssen im System geprüft werden. Die Überlappungsbreite der Bänder beträgt mind. 50 mm.

14. Welche Anforderungen werden an Fugen gestellt?
Die Abdichtungsschicht von AIV –F ist im Bereich von Fugen durch den Einbau von dehnfähigen Dichtbändern auszubilden, so dass die zu erwartenden Bewegungen aufgenommen werden können. Lage und Breite der Fugen sind in einem Fugenplan vom Planer vorzugeben.

15. Was ist zu beachten, wenn man ein Badezimmer barrierefrei plant?
Werden Badezimmer barrierefrei (Duschflächen mit Bodenablauf / Rinne) ausgeführt, muss spätestens an der Tür des Raumes eine Barriere von 1 cm Höhenunterschied vorhanden sein, damit das anfallende Wasser nicht ungehindert, also barrierefrei, in andere Räume abfließen kann.


(1) Quelle: Saint Gobain Weber, www.de.weber

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