
Als Ansgar Schulz erstmals das sächsische Adorf besucht, regnet es. In der Kleinstadt werden seit Jahrhunderten Perlmuscheln aus dem Wasser der Elster gefischt; ein örtliches Heimatmuseum, das erweitert werden soll, erzählt die reiche Geschichte. Der Architekt beobachtet, wie sich das Regenwasser seine Wege über die Dachflächen des Bestandsgebäudes bahnt. Der Gedanke, dass über die Fassade des neuen Museums auch stetig und leise etwas Wasser fließen soll, entsteht. Mit dem doppelt gekrümmten Vordach verbindet das Museum Perlmutter zwei Bestandsbauten – und kleidet sich in einen wasserdichten Beton, auf dessen Oberfläche leise Wasser fließt, als wäre es nie anders gewesen. Das performative Detail außen wird zum sinnlichen Verweis auf die Perlmuscheln im Inneren.