Nachverdichtung in Holzbauweise

Wohnungsbau Jaurès Petit von archi5 in Paris

 - Jakob Schoof

Unweit des Parc de la Villette in Paris haben archi5 ein achtgeschossiges Parkhaus durch sozialen Wohnraum in Holzbauweise ersetzt.

Wohnungsbau Jaurès Petit von archi5 in Paris
© Sergio Grazia

Auch in den großen europäischen Metropolen gibt es bisweilen noch große Potenziale für die Innenentwicklung. Wie etwa im Pariser 19. Arrondissement, gleich schräg gegenüber dem Südeingang zum Parc de la Villette: Bis vor Kurzem stand dort im Blockinnenraum an der Avenue Jean-Jaurès ein achtgeschossiges Parkhaus. Seine südliche Hälfte haben die Architekten Encore Heureux in 75 kostengünstige Eigentumswohnungen für Erstkäufer (logements d’accension) umgebaut. Die Nordhälfte fiel der Abrissbirne zum Opfer.

© Sergio Grazia

An ihre Stelle setzte das Architekturbüro archi5 einen sozialen Wohnungsbau in Holzbauweise. Die 74 Mietwohnungen verteilen sich auf einen siebengeschossigen Holzskelettbau in Verlängerung des Parkhauses, zwei dreigeschossige Querflügel und eine zweigeschossige Gebäudezeile entlang der östlichen Grundstücksgrenze.

Durch die konsequente Nord-Süd-Ausrichtung der Baukörper gelang es den Architekten, auf dem Grundstück ein Maximum an zusammenhängenden Freibereichen zu schaffen. Gemeinsam ist allen Häusern auch ihre Materialpalette aus Lärchenholz und Zinkblechverkleidungen.

© Sergio Grazia

An den Neubauten von archi5 bedeckt das Metall als Stehfalzdeckung nicht nur die Dächer, sondern auch die Fassaden der Querriegel, des zurückgesetzten Staffelgeschosses auf dem Haupthaus und das Obergeschoss der östlichen Gebäudezeile.

© Sergio Grazia
© Sergio Grazia

Der große, 13 m tiefe Gebäuderiegel im Zentrum der Anlage basiert auf einem Leimholzskelett mit Brettsperrholzdecken, die in den Wohnräumen unverkleidet blieben. Außen vor den Fassaden platzierten die Architekten ein Exoskelett aus mächtigen Holzbalken mit 20 x 30 cm Querschnitt. Sie tragen jedoch nicht die Geschossdecken, sondern nur die Holzbalkone und die Holzschiebeläden vor den Fenstern, die vor allem zusätzliche Privatsphäre in der beengten Lage im Hinterhof bieten sollten. Zur Verschattung sind die Fenster überdies mit Rollläden ausgestattet.


Architektur: Archi5 (Sozialwohnungen), Encore Heureux (Eigentumswohnungen)
Bauherr: Paris Habitat OPH
Standort: 186 Avenue Jean Jaurès, 75019 Paris (FR)


Tragwerksplanung: EVP
Landschaftsarchitektur: Atelier Roberta
TGA-Planung: B52
Bauunternehmen: GTM & Arbonis


  • Der siebengeschossige Neubau an der Hohlstrasse in Zürich soll ein Ladengeschoss, Flächen für öffentliche Dienstleistungen und fünf Obergeschosse mit Gewerbeflächen enthalten.

    Eisenbahnschienen als Tragwerk - wie funktioniert das? 

    Rund 180 km Gleise werden im Schweizer Bahnnetz jedes Jahr erneuert. Bisher wurde das Altmetall eingeschmolzen. Jetzt soll im Westen von Zürich das erste Gebäude mit Stahltragwerk aus gebrauchten Schienen entstehen.

  • Line Ramstad ist die neue Chefkuratorin der Oslo Biennale.

    „One Size does not fit all" 

    Fassaden aus Abfallwolle, recycelter Stahl von ausrangierten Schiffen oder Wohnraum statt Kapitalanlage: Line Ramstad, Chefkuratorin der Osloer Triennale, zeigt was passiert, wenn die Natur Vorrang hat.

  • Schatten, der mitwächst 

    Auf Spielflächen in Marzahn-Hellersdorf spendet die Pergola Persol von Urbidermis sofort Schatten. Kletterpflanzen erobern nach und nach die Seile und bilden ein zweites, grünes Dach.

  • „Haus Blick“ fügt sich in den Hang oberhalb von Hinterbrühl ein. Die EasyFalz by Kalzip® Rautenschindeln in Patina Bronze B40 ziehen sich über Dach- und Wandflächen; großzügige Verglasungen öffnen das Haus zum Garten. Advertorial

    AdvertorialIm Rhythmus des Hangs

    In Hinterbrühl entwickelten Caramel architektInnen einen dreigeschossigen Baukörper für den 45 Grad steilen Hang. EasyFalz by Kalzip Rautenschindeln in Patina Bronze B40 verkleiden sämtliche Flächen.

  • Kulturcampus Paul-Van-Ostaijen in Leuven

    In Leuven haben Lava architecten aus einem alten Missionshaus einen Ort geschaffen, an dem Zirkus, Musik, Theater und Tanz unter einem Dach koexistieren. Starker Schallschutz ist hier Voraussetzung für soziales Miteinander.

  • Bei der Architekturbiennale 2025 waren mehr Exponate zu sehen als jemals zuvor, obwohl der zentrale Ausstellungspavillon in den Giardini gesperrt war.

    Selbstausbeutung im Starzirkus 

    Bei jeder Architekturbiennale stehen die Kuratoren vor den gleichen Hindernissen: Geldknappheit, viel Bürokratie und eine Organisation, die kollektive Leistungen ignoriert. Warum tun sie sich das an? Ein Gespräch mit Albena Yaneva, die den Entstehungsprozess der Biennale 2025 ein Jahr lang beobachtet hat.