Siegerprojekt beim Solar Decathlon

Dachaufstockung Roofkit gewinnt SDE 21/22 in Wuppertal

 - Jakob Schoof

Im Juni gewann das Team Roofkit des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) den Solar Decathlon Europe 21/22 in Wuppertal. Jetzt zeigen aktuelle Fotos das Projekt im Detail.

Dachaufstockung Roofkit gewinnt SDE 21/22 in Wuppertal
© Sigurd Steinprinz/Bergische Universität Wuppertal

Im Juni gewann das Team Roofkit des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) den Solar Decathlon Europe 21/22 in Wuppertal. Jetzt zeigen aktuelle Fotos das Projekt im Detail.

© Sigurd Steinprinz/Bergische Universität Wuppertal

Die Studierenden des KIT beschreiben ihren Entwurf wie folgt: „Roofkit ist ein Leuchtturmprojekt, das in Zeiten des Klimawandels und der Ressourcenknappheit die traditionelle und die zeitgenössische Sicht auf die Architektur verbindet. Um Verantwortung für unseren Planeten und die zukünftigen Generationen zu übernehmen, müssen wir die gebaute Umwelt im Einklang mit technischen und natürlichen Kreislaufsystemen gestalten und Bauen als integralen Ansatz verstehen.

Als konkrete Methoden kommen die sortenreine Verwendung von Materialien und Baustoffen sowie die Wiederverwendung und Weiterverwertung im Bauwesen im Projekt zum Einsatz. Alle Bauteile sind so miteinander gefügt, dass sie künftig zerstörungsfrei und ohne Qualitätsverlust wieder ausgebaut werden können. Der Prototyp besteht aus vier vorgefertigten Modulen, die innerhalb eines Tages vor Ort zusammengesetzt werden konnten.

© Sigurd Steinprinz/Bergische Universität Wuppertal

In der Gebäudehülle wird wiederverwendetes Holz eingesetzt. Die Schnittkanten des Prototypen zum Gesamtentwurf werden mit einer alten LKW-Plane bespannt und als Blaupause zur Konstruktionsebene genutzt. Auf dem Dach kommen Paneele aus 100 % recyceltem Kupfer zum Einsatz, die in Kombination mit PVT-Modulen verwendet werden: notwendige Energie wird also nur von der Sonne bereitgestellt.

© Sigurd Steinprinz/Bergische Universität Wuppertal
© Sigurd Steinprinz/Bergische Universität Wuppertal

Zwischen Bestand und Aufstockung entsteht eine öffentliche Gemeinschaftsfläche, die Urbane Fuge. Der Raum wird durch ein geliehenes Baugerüst geschaffen und mit einer alten Stahltreppe und einem geliehenen Lift ergänzt, welche den Zugang zur oberen Ebene ermöglichen.

© Sigurd Steinprinz/Bergische Universität Wuppertal

Im Wohnraum, der sich um einen Technikkern von der öffentlichen zur privaten Nutzung entwickelt, sind alle Öffnungen mit Lagerfenstern hergestellt, welche z.B. aus vorherigen Produktionen übrig waren. Kompostierbare Materialien wie altes und neues Holz, Schafwollefilz und Lehm treffen auf recycelte Materialien aus Joghurtbechern, Glasscherben und Abfallzellulose.“

Mehr dazu in Detail 9.2022 und in unserer Datenbank Detail Inspiration.


Bauherr und Architektur: Team Roofkit, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Standort: Solar Campus am Mirker Bahnhof, Wuppertal (DE)


Weitere Partner: Ip5 Ingenieurpartnerschaft, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Medien Offenburg, Heinrich-Meidinger-Schule Karlsruhe, Bosch Thermotechnik, Solator, Lunos Lüftungstechnik, Kaufmann Zimmerei und Tischlerei


  • Der siebengeschossige Neubau an der Hohlstrasse in Zürich soll ein Ladengeschoss, Flächen für öffentliche Dienstleistungen und fünf Obergeschosse mit Gewerbeflächen enthalten.

    Eisenbahnschienen als Tragwerk - wie funktioniert das? 

    Rund 180 km Gleise werden im Schweizer Bahnnetz jedes Jahr erneuert. Bisher wurde das Altmetall eingeschmolzen. Jetzt soll im Westen von Zürich das erste Gebäude mit Stahltragwerk aus gebrauchten Schienen entstehen.

  • Line Ramstad ist die neue Chefkuratorin der Oslo Biennale.

    „One Size does not fit all" 

    Fassaden aus Abfallwolle, recycelter Stahl von ausrangierten Schiffen oder Wohnraum statt Kapitalanlage: Line Ramstad, Chefkuratorin der Osloer Triennale, zeigt was passiert, wenn die Natur Vorrang hat.

  • Schatten, der mitwächst 

    Auf Spielflächen in Marzahn-Hellersdorf spendet die Pergola Persol von Urbidermis sofort Schatten. Kletterpflanzen erobern nach und nach die Seile und bilden ein zweites, grünes Dach.

  • „Haus Blick“ fügt sich in den Hang oberhalb von Hinterbrühl ein. Die EasyFalz by Kalzip® Rautenschindeln in Patina Bronze B40 ziehen sich über Dach- und Wandflächen; großzügige Verglasungen öffnen das Haus zum Garten. Advertorial

    AdvertorialIm Rhythmus des Hangs

    In Hinterbrühl entwickelten Caramel architektInnen einen dreigeschossigen Baukörper für den 45 Grad steilen Hang. EasyFalz by Kalzip Rautenschindeln in Patina Bronze B40 verkleiden sämtliche Flächen.

  • Kulturcampus Paul-Van-Ostaijen in Leuven

    In Leuven haben Lava architecten aus einem alten Missionshaus einen Ort geschaffen, an dem Zirkus, Musik, Theater und Tanz unter einem Dach koexistieren. Starker Schallschutz ist hier Voraussetzung für soziales Miteinander.

  • Bei der Architekturbiennale 2025 waren mehr Exponate zu sehen als jemals zuvor, obwohl der zentrale Ausstellungspavillon in den Giardini gesperrt war.

    Selbstausbeutung im Starzirkus 

    Bei jeder Architekturbiennale stehen die Kuratoren vor den gleichen Hindernissen: Geldknappheit, viel Bürokratie und eine Organisation, die kollektive Leistungen ignoriert. Warum tun sie sich das an? Ein Gespräch mit Albena Yaneva, die den Entstehungsprozess der Biennale 2025 ein Jahr lang beobachtet hat.