Spiel mit unterschiedlichen Raumhöhen

Sozialer Wohnungsbau in Straßburg von Kuhn und Lehmann

 - Jakob Schoof

Für den äußerlich schlichten Wohnungsbau in Straßburg-Neuhof entwarfen Kuhn und Lehmann ein Split-Level-Konzept mit unterschiedlichen Raumhöhen, das auch an der schachbrettartigen Fassade ablesbar ist.

Sozialer Wohnungsbau in Straßburg von Kuhn und Lehmann
© Luc Boegly

Für den äußerlich schlichten Wohnungsbau in Straßburg-Neuhof entwarfen Kuhn und Lehmann ein Split-Level-Konzept mit unterschiedlichen Raumhöhen, das auch an der schachbrettartigen Fassade ablesbar ist.

© Luc Boegly

Das Haus mit elf Wohnungen gehört zu einem achtteiligen Gebäudekomplex, den eine soziale Wohnungsbaugesellschaft aus Mulhouse in Auftrag gegeben hatte, um das Angebot an Sozialwohnungen in dem benachteiligten Stadtteil zu variieren. Der Bauherr wünschte sich kleinere, maximal viergeschossige Gebäude mit integrierten Parkplätzen und identifizierbaren Eingängen. Ebenfalls auf der Wunschliste standen großzügige Innenräume, private Außenbereiche in Form von Loggien, Balkonen oder Gärten sowie eine Architektur mit Wiedererkennungs- und Identifikationswert.

Die vier Architekturbüros – neben Kuhn und Lehmann waren dies Richter architectes et associés aus Straßburg sowie Hugues Klein architects und Dea architectes aus Mulhouse – kamen überein, die Neubauten gegenüber dem benachbarten Bestand um 90 Grad zu drehen, um dem Quartier so eine größere Durchlässigkeit zu verleihen. Zwei private Gassen erschließen nun das Mikroquartier. In Ermangelung einer Tiefgarage verteilten Kuhn und Lehmann die vorgeschriebenen Stellplätze auf mehrere Orte, um keine Blechbarriere vor dem Eingang zu schaffen. Teils liegen sie an der Erschließungsgasse, teils im Erdgeschoss unter dem nördlichen, aufgeständerten Gebäudeende.

© Luc Boegly

Im Inneren der Wohnungen sind die Räume klar nach ihren Funktionen unterschieden: Die Wohn- und Essbereiche haben stets höhere Decken als die privaten Schlafzimmer. Im Erdgeschoss liegen alle Räume ebenerdig und sind barrierefrei erschlossen. Eine Etage höher entsteht dadurch ein Split-Level mit einem halbgeschossigen Versatz zwischen Wohn- und Individualbereich. Im obersten Geschoss taucht jeweils ein Oberlicht das Zentrum des Wohnraums ins Licht und unterstützt vor allem im Sommer die Luftzirkulation in der Wohnung.

© Luc Boegly
© Luc Boegly

Das Raumkonzept ist auch außen an den schachbrettartigen Fassaden ablesen, an denen sich hinterlüftete Metallverkleidungen mit kleinen Lochfenstern sowie geschosshohe Verglasungen abwechseln. Zusätzlich sind den Wohnräumen auf der Eingangsseite verglaste Loggien als Pufferräume vorgeschaltet.

© Luc Boegly

Senkrecht ausstellbare Faltläden ermöglichen die Verdunklung der Schlafzimmer und schützen die Wohnbereiche im Erdgeschoss. Geleichzeitig beleben sie das Schachbrettmuster und bauen eine Distanz zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen auf.


Architektur: Kuhn und Lehmann Architekten
Bauherr: SOMCO


Standort: Rue Schach/ Rue du Marschallhof, Strasbourg-Neuhof (FR)


  • Der siebengeschossige Neubau an der Hohlstrasse in Zürich soll ein Ladengeschoss, Flächen für öffentliche Dienstleistungen und fünf Obergeschosse mit Gewerbeflächen enthalten.

    Eisenbahnschienen als Tragwerk - wie funktioniert das? 

    Rund 180 km Gleise werden im Schweizer Bahnnetz jedes Jahr erneuert. Bisher wurde das Altmetall eingeschmolzen. Jetzt soll im Westen von Zürich das erste Gebäude mit Stahltragwerk aus gebrauchten Schienen entstehen.

  • Line Ramstad ist die neue Chefkuratorin der Oslo Biennale.

    „One Size does not fit all" 

    Fassaden aus Abfallwolle, recycelter Stahl von ausrangierten Schiffen oder Wohnraum statt Kapitalanlage: Line Ramstad, Chefkuratorin der Osloer Triennale, zeigt was passiert, wenn die Natur Vorrang hat.

  • Schatten, der mitwächst 

    Auf Spielflächen in Marzahn-Hellersdorf spendet die Pergola Persol von Urbidermis sofort Schatten. Kletterpflanzen erobern nach und nach die Seile und bilden ein zweites, grünes Dach.

  • „Haus Blick“ fügt sich in den Hang oberhalb von Hinterbrühl ein. Die EasyFalz by Kalzip® Rautenschindeln in Patina Bronze B40 ziehen sich über Dach- und Wandflächen; großzügige Verglasungen öffnen das Haus zum Garten. Advertorial

    AdvertorialIm Rhythmus des Hangs

    In Hinterbrühl entwickelten Caramel architektInnen einen dreigeschossigen Baukörper für den 45 Grad steilen Hang. EasyFalz by Kalzip Rautenschindeln in Patina Bronze B40 verkleiden sämtliche Flächen.

  • Kulturcampus Paul-Van-Ostaijen in Leuven

    In Leuven haben Lava architecten aus einem alten Missionshaus einen Ort geschaffen, an dem Zirkus, Musik, Theater und Tanz unter einem Dach koexistieren. Starker Schallschutz ist hier Voraussetzung für soziales Miteinander.

  • Bei der Architekturbiennale 2025 waren mehr Exponate zu sehen als jemals zuvor, obwohl der zentrale Ausstellungspavillon in den Giardini gesperrt war.

    Selbstausbeutung im Starzirkus 

    Bei jeder Architekturbiennale stehen die Kuratoren vor den gleichen Hindernissen: Geldknappheit, viel Bürokratie und eine Organisation, die kollektive Leistungen ignoriert. Warum tun sie sich das an? Ein Gespräch mit Albena Yaneva, die den Entstehungsprozess der Biennale 2025 ein Jahr lang beobachtet hat.