Interview mit Dr. Peter Kuczia über ein Wohn-Konzepthaus mit flexiblen Glasfassaden
Im Salzkammergut zeigt ein Wohnkonzepthaus von Architekt Dr. Peter Kuczia, realisiert für Solarlux Austria, wie flexible Glasfassaden, ein Lowtech-Lüftungskonzept und konsequent passive Klimatisierung zu einem komfortablen und zugleich ökologisch nachhaltigen Gebäude zusammenwirken. Maßgeblich ist dabei der Planungsansatz, dass maximales Tageslicht, natürlich zugeführte Frischluft und ein starker Bezug zum Außenraum entscheidende Faktoren für die Gestaltung von Räumen sind, in denen sich Menschen langfristig wohlfühlen. Die Möglichkeit, das Raumklima mit flexiblen Glasfassaden wie Schiebefenster, Glas-Faltwänden oder Ganzglas-Schiebe-Dreh-Systemen individuell zu regulieren, steigert zudem die Akzeptanz der gebauten Umwelt.
Dr. Kuczia, was macht das Haus bei der Gebäudetechnik besonders?
PK: Für die Gebäudetechnik wurde konsequent auf regenerative Energiequellen gesetzt. Das außergewöhnliche Lüftungskonzept folgt einem klaren Lowtech-Prinzip und ist in Zusammenarbeit mit Prof. Thomas Auer, TU München, entstanden. Entscheidend war die optimale Nutzung der Standortbedingungen. Die großen Schiebefenster fangen die Sonnenwärme ein und die Doppelfassade der Loggia reguliert das Wohnklima bedarfsgerecht. Strom liefert die im Dach integrierte Photovoltaikanlage, während kühle Frischluft vom See zur natürlichen Klimatisierung herangezogen wird. Erdsonden nutzen die konstanten Temperaturen im Erdinneren.

Wie funktioniert die Regulierung des Wohnklimas über die Loggia?
PK: Die Loggia dient nicht nur als hochwertiger Aufenthaltsraum, sondern zugleich als Klimapuffer. Durch die filigranen Ganzglas-Schiebe-Dreh-Elemente des Systems Proline T von Solarlux, die hier auf eine Glasbrüstung montiert wurden, lässt sie sich vollständig schließen. So entsteht eine Doppelfassade aus den wärmegedämmten cero-Schiebefenstern innen und ungedämmten Schiebe-Dreh-Elementen außen. Diese Schichtung wirkt als natürliche thermische Pufferzone: Durch gezieltes Öffnen oder Schließen beider Ebenen strömt warme oder kühle Luft bedarfsgerecht in das Haus hinein oder hinaus.


Das Lüftungssystem folgt einem Lowtech-Ansatz. Wie ist es aufgebaut?
PK: Das Konzept nutzt den sogenannten Kamineffekt. In einem tiefer liegenden Bereich des Grundstücks, nahe dem See, strömt kühle Frischluft ein, die über einen begehbaren Erdkanal von der Garage ins Haus geleitet wird. Dort wird sie über Deckenventilatoren verteilt und schließlich über einen Solarkamin mit automatisch gesteuerten Lüftungsklappen abgeführt.

Wie fügt sich das Haus trotz seiner Größe harmonisch in die Landschaft ein?
PK: Die bewusst gegliederte Geometrie des Split-Level-Hauses nimmt dem Baukörper seine Massivität. Vor- und Rücksprünge in der Hülle sowie eine umlaufende vertikale Glasfuge vermitteln Leichtigkeit und schaffen atmosphärisches Licht im Inneren. Die vertikale Holzverschalung greift in Braun- und Blautönen die Farben der Berglandschaft auf. Außenliegende, vertikale Holzlamellen auf der Ost-, West- und Südseite dienen als Sicht- und Sonnenschutz und verstärken in geschlossenem Zustand den monolithischen, landschaftsbezogenen Eindruck des Baukörpers.

Welches Fazit ziehen Sie persönlich aus diesem Projekt?
PK: Nachhaltig Bauen heißt für mich, mit weniger Technik mehr zu erreichen. Wenn Architektur so funktioniert, dass sie durch ihre Struktur, Ausrichtung und Materialität selbst zum Klimaakteur wird, entsteht ein Haus, das dauerhaft funktional, komfortabel und ökologisch ist. Flexible Glasfassaden schaffen hohen Außenraumbezug und lichtdurchflutete Räume und können optimal in ein nachhaltiges Energiekonzept eingebunden werden.
Mehr erfahrenHersteller: Solarlux
Produkt: Ganzglas-Schiebe-Dreh-System Proline T
Produktkategorie: Fassaden






