Auf einem Teilareal des Westfield Hamburg Überseequartiers entstand mit Eleven Decks ein neues Stück Stadt. Der insgesamt rund 31 600 m2 umfassende Gebäudekomplex umfasst 306 Wohneinheiten – von kompakten Apartments bis zu großzügigen Penthouses mit begrünten Dachterrassen – und bietet rund 21 000 m2 Wohnfläche.
Die Wohnungen beginnen ab dem ersten Obergeschoss und liegen über gewerblich genutzten Erdgeschosszonen, die zur Belebung des Quartiers beitragen.
Der elfgeschossige, nach Süden terrassierte Baukörper reagiert auf die komplexe Grundstücksgeometrie und die umliegende dichte Bebauung mit einer plastisch gegliederten Architektur, abgestuften Freiräumen und einem begrünten Innenhof.


Architektur und Fassade
Die Architektur des Gebäudes ist geprägt durch eine klare horizontale Gliederung, abgetreppte Terrassen und die markante Materialität des durchgefärbten roten Sichtbetons. Eine komplexe Matrix aus gedrehten und unterschiedlich ausgebildeten Fassadenelementen sorgt zudem für Privatsphäre auf den Loggien und vermittelt trotz der Größe des Baukörpers ein hohes Maß an Individualität.
Eine besondere Herausforderung war die lärmbelastete Lage im Hafenquartier sowie die hohen Brandschutzanforderungen – teilweise bis zum Hochhausbereich. „Die hochkomplexe Fertigteilfassade löste diese Themen“, erläutert Architekt Carsten Roth, „sie ist gebauter Brandschutz und schützt vor Lärmimmissionen durch bewegliche Prallscheiben.“


Verglaste Loggien
Als raumhohe oder auf Stahlbetonbrüstungen montierte Prallscheiben kamen die Schiebe-Dreh-Systeme Proline T und – für höhere statische Anforderungen – Proline T Mega von Solarlux zum Einsatz. Je nach Ausführung erreichen sie ein bewertetes Schalldämmmaß Rw von bis zu 30 dB. Dank schmaler Rahmenprofile und senkrecht rahmenloser Verglasungen ermöglichen sie eine hohe Transparenz und eröffnen insbesondere aus den oberen Geschossen ungehinderte Ausblicke über das Hafenbecken, zur Elbe und bis zur Elbphilharmonie.
Für die Architekten war vor allem der durchdachte Öffnungsmechanismus ausschlaggebend: Oben eingehängt und unten in einer barrierefreien Bodenschiene geführt, lassen sich die Glaselemente leicht zur Seite schieben und um 90° herausdrehen. So können sie auf ihrer Außenseite gefahrlos gereinigt und platzsparend als schmales Glaspaket geparkt werden.

Systemwahl nach Windlastzonen
Ein wesentlicher technischer Aspekt war die projektspezifische Anpassung der Verglasungen an die unterschiedlichen Windlastzonen der Fassade. Dies wurde durch das modulare Baukastenprinzip ermöglicht, auf dem die Produktlinie basiert. Bei Eleven Decks sind die Windlasten in den Randbereichen und in den oberen Geschossen deutlich höher als im sogenannten Regelbereich der Fassadenmitte. Diese Unterschiede wurden konstruktiv berücksichtigt: Im Regelbereich kam das System Proline T mit 12 mm starker ESG‑Verglasung zum Einsatz, während in den exponierten Zonen sowie ab dem 7. Obergeschoss die verstärkte Systemvariante Proline T Mega verwendet wurde. Deren statisch optimierte Rahmenprofile und die 15 mm starke ESG‑Verglasung – gewählt unter Berücksichtigung der maximal zulässigen Spannung – gewährleisten die erforderliche Stabilität bei einem maximalen Windsog von –1,9 kN/m².
Mehr erfahrenHersteller: Solarlux
Produkt: Schiebe‑Dreh‑Systeme Proline T und Proline T Mega
Produktkategorie: Fassaden
Ort: Überseequartier, HafenCity Hamburg
Projektname: Wohngebäude Eleven Decks
Projektart: Wohn- und Geschäftshaus
Bauherr: ÜSQ A GmbH & Co. KG c/o DC Developments GmbH & Co. KG, Hamburg
Architektur: Carsten Roth Architekt, Hamburg
Landschaftsarchitektur: WES LandschaftsArchitektur, Hamburg






