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Zeche Friedrich der Große in Herne: Denkmal als Fragment

Die historische Hauptfassade erinnert bis heute an die ehemalige Hauptverwaltung der Zeche „Friedrich der Große" in Herne - heute ist sie Teil eines neu genutzten Areals.

Zeche Friedrich der Große in Herne: Denkmal als Fragment
Die historische Fassade der alten Hauptverwaltung der Zeche Friedrich der Große in Herne nach der Restaurierung. © NÜTHEN

Der Essener Architekt Oskar Schwer entwarf den repräsentativen Verwaltungssitz 1914. Kriegsbedingt zog sich die Errichtung bis 1918. Zusammen mit Parkanlage und Torhäusern bildete das Gebäude ein prägendes Ensemble der Zeche. Ab 1970 nutzte das Evangelische Kreiskirchenamt den Bau, später folgten Leerstand und zunehmende Schäden.

Nach einem Brand und jahrelanger Diskussion über den Umgang mit dem Baudenkmal wurde der überwiegende Teil des Gebäudes 2021 zurückgebaut. Erhalten blieben die denkmalgeschützte Hauptfassade sowie Teile des historischen Ensembles mit Parkanlage und einem der Torhäuser. Die Hauptfassade wurde als eigenständiges Bauteil in die weitere Entwicklung des Areals einbezogen.

Das Fassadenfragment wurde als eigenständiges Bauteil in das neu gestaltete Areal eingebunden.
Das Fassadenfragment wurde als eigenständiges Bauteil in das neu gestaltete Areal eingebunden. © NÜTHEN

Historische Fassade, neue Nutzung

Hinter der erhaltenen Fassade entstand von 2021 bis 2023 die neue Belia Seniorenresidenz Luisenstraße. Im Zuge der Neugestaltung wurde die historische Fassade umfassend instandgesetzt. Gesimse, Profile und Kapitelle waren teilweise als Mischkonstruktionen aus Leichtbeton, Rabitzgewebe, metallischen Armierungen und Putz ausgeführt. Korrosion hatte zu Rissen, Abplatzungen und Substanzverlusten geführt. Nach dem Abtrag der Beschichtungen zeigte sich das erhebliche Ausmaß der Schäden, das in einer umfangreichen Schadens- und Maßnahmenkartierung erfasst wurde.

Neubau der Seniorenresidenz im Bereich der ehemaligen Hauptverwaltung.
Neubau der Seniorenresidenz im Bereich der ehemaligen Hauptverwaltung. © NÜTHEN

Erhalten, sichern und ergänzen

Nüthen Restaurierungen Düsseldorf übernahm die denkmalpflegerische Instandsetzung der historischen Fassade. Nach dem Entfernen vorhandener Beschichtungen und loser Putzbereiche wurden Risse geschlossen und Fehlstellen in Putz und Mauerwerk ergänzt. Die beim Rückbau nicht zu erhaltende Giebelverdachung mit ihren Profilierungen wurde neu eingeschalt und in Beton gegossen.

Ein Teil der Kapitelle konnte vor Ort instandgesetzt werden. Nicht zu erhaltende Teile wurden neu gegossen.
Ein Teil der Kapitelle konnte vor Ort instandgesetzt werden. Nicht zu erhaltende Teile wurden neu gegossen. © NÜTHEN

Einen Schwerpunkt bildeten die Kapitelle: Erhaltene Exemplare wurden restauratorisch ausgebessert, neu angesetzt und ausgearbeitet. Dabei zeigten sich konstruktive Schwachstellen der bauzeitlichen Ausführung, die bei der Instandsetzung berücksichtigt wurden. Nicht mehr erhaltungsfähige Kapitelle wurden nach vorhandenen Vorbildern abgeformt, in Trass-Zement-Beton neu gegossen und anschließend versetzt. Zum Abschluss erhielt die Fassade vollflächig eine eingefärbte mineralische Schlämme. Darauf folgte ein Silikatanstrich, der im Handstreichverfahren aufgebracht wurde.

Detail neu gegossener Kapitelle.
Detail neu gegossener Kapitelle. © NÜTHEN

Mit der Seniorenresidenz Luisenstraße hat der historische Standort eine neue Nutzung erhalten. Die restaurierte Hauptfassade der früheren Zechenverwaltung bildet heute den historischen Auftakt des Areals und hält die Geschichte des Ortes weiterhin ablesbar.

Mehr Informationen zu den Leistungen von Nüthen finden Sie hier.


Projektdaten
Bauherr und Planung: Cureus GmbH
Standort: Ehemalige Hauptverwaltung der Zeche Friedrich der Große, Herne
Restauratorische Putz- und Malerarbeiten: NÜTHEN Restaurierungen, Düsseldorf


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