Wohnhaus in Grândola

Das Alentejo, eine Region im Süden Portugals, erstreckt sich von der Atlantikküste bis hin zur spanischen Grenze. Das spärlich bevölkerte Gebiet ist geprägt von Olivenbäumen, Korkeichen und großflächigen Sonnenblumenfeldern. In diese karge Landschaft fügt sich das niedrige Hofhaus unaufdringlich ein. Es ist Teil einer Gruppe von vier Wohnhäusern, die im Laufe der kommenden Jahre entstehen sollen und deren Position die Eigentümer selbst bestimmen können. Zum Projekt gehört auch eine quadratische Plattform mit einem kleinen Wasserdepot und einem Schwimmbecken, die wie ein Abdruck der Häuser im Sandboden erscheint. Das erste ausgeführte Gebäude steht der Plattform leicht versetzt gegenüber. Vier Patios gliedern und belichten den monolithisch wirkenden Kubus. Zwei großzügige Eingangsbereiche sind wie Loggien aus dem Gebäudevolumen ausgeschnitten. Nur durch eine gläserne Schiebetüre getrennt, geht der zentrale Wohnraum auf diese Weise fast nahtlos in den Außenraum über und erlaubt Ausblicke in die Landschaft. Bei Bedarf können die Loggien mittels zweier Schiebetore aus Afzeliaholz geschlossen werden. Deren rötlich schimmernde bündige Holzflächen akzentuieren die sonst geschlossenen weißen Fassaden. Nebenräume, Schlaf- und Arbeitszimmer sind um den zentralen Wohn- und Essbereich gruppiert, was den introvertierten Charakter der Anlage unterstützt. Diese Zonen sind niedriger. Einzelne massive Marmorstufen überbrücken den so entstandenen Bodenversprung. Lichthöfe bringen zusätzlich Tageslicht in den mit rund 14 Metern sehr tiefen Grundriss. Alle Fassaden und Wände sind als zweischaliges Mauerwerk mit Kerndämmung ausgeführt. Im Inneren sind alle Oberflächen weiß: Sowohl die verputzten Wände, als auch lackierte stählerne Türrahmen und die sehr hellen Marmorböden harmonieren farblich miteinander. Die betont puristische Haltung zieht sich vom Entwurfskonzept über die Fassadengestaltung bis hin zu der minimalistischen Detailausbildung.

Wohnhaus in Grândola
© Daniel Malhao