Studentenwohnheim in Amsterdam

Das Studentenwohnheim in der Sarphatistraat ist Teil eines neuen Straßenzuges, der den städtebaulichen Zustand vor einem früheren Eingriff wiederherstellt. Der Masterplan von Pi de Bruyn des Büros de Architecten Cie gibt vor, die typische Amsterdamer Straßenfront erneut zu schließen. Der Straßenzug besteht aus drei Teilen, wobei das Eckgebäude von De Bruyn selbst und der mittlere Abschnitt vom Architektenbüro VMX stammt. Der Entwurf des dritten Gebäudes von Claus en Kaan Architecten sah ursprünglich eine Verknüpfung mit der 1908 errichteten Nachbarbebauung von H. Berlage vor. Ein in den 60er-Jahren zerstörter Teil dieser Bebauung sollte im Stil des neuen Studentenwohnheims ergänzt werden. Dies konnte jedoch nicht realisiert werden, nachdem ein anderer Besitzer das Grundstück übernommen hatte. Auch wenn die Bebauung als Stadtreparatur zu verstehen ist, wurde jede Sentimentalität oder Nostalgie vermieden und das neue Gebäude ohne offensichtliche Anlehnung an die historische Umgebung gestaltet. Die aus dem Raster ausbrechenden Fenster sind gedacht als subtile, zeitgemäße Variante der mit dekorativen Elementen versehenen Fenster und Türen aus der Entstehungszeit der Straße. Über dem Erdgeschoss mit Geschäftsräumen sind 61 Studentenappartements untergebracht. Diese sollten für die Zielgruppe so kostengünstig wie möglich sein. Die Größe der einzelnen Bereiche entspricht daher genau den Minimalanforderungen der Bauordnung, die auch den Abstellraum innerhalb der Wohnungen vorgab. Das Gebäude ist in Stahlbeton-Schottenbauweise errichtet und zur Straße hin mit Leichtbauwänden ausgefacht, denen eine äußere Mauerwerkschale vorgehängt wurde. Bündig eingesetzte Glas- und Edelstahlflächen wechselnder Größe im Erdgeschoss beleben die Fassade zusätzlich zu den versetzten, tief in der Laibung liegenden Fenstern der Appartements.

Studentenwohnheim in Amsterdam
© Luuk Kramer