Seitdem 1997 die erste Fakultät der Technischen Universität von der Münchner Innenstadt nach Garching verlagert wurde, entsteht dort ein großer Universitätscampus mit zahlreichen wissenschaftlichen Einrichtungen. Zwei neue Wohnheime in fußläufiger Nähe zum Campus schaffen nun Wohnraum für die stetig wachsende Zahl der Studenten. 32 Einzelappartements, 8 Zweier- und 16 Vierereinheiten für Wohngemeinschaften sind auf die vier Geschosse verteilt. Möbel auf Rollen machen die Räume individuell nutzbar, Licht- und Sichtverhältnisse können über textile Sichtschutzbehänge reguliert werden. Von intimer Zurückgezogenheit bis zu offener Begegnung ist alles möglich. Laubengänge dienen als Erschließung und Balkon. Ein Edelstahlnetz, das um das ganze Gebäude gezogen ist, wird zur Absturzsicherung. Im Brüstungsbereich verdichtet sich das Gewebe, sodass eine lebendige Struktur unterschiedlicher Maschenweiten entsteht. Befestigt ist das Netz an horizontalen, zwölf Millimeter starken Randseilen, die an den auskragenden Stirnseiten der Deckenplatten verankert sind. Vertikale Randseile, die sich über die gesamte Höhe – von Attika bis zum Fundament – erstrecken, stabilisieren das Gewebe an den vier Gebäudeecken. Hier können die Seile mittels Schraubgewinde an den Deckenplatten gespannt werden. Im Lauf der Zeit wird sich ein natürliches Kleid aus wildem Wein über das Netz legen. Im Sommer spendet die Bepflanzung Schatten, im Winter wirft der Wein seine Blätter ab und lässt das Licht in die Wohnungen eindringen. Die wechselnde Färbung des Laubs von sattem Grün im Sommer und warmen Rottönen im Herbst steht im Kontrast zu der zurückhaltenden Farbgebung der grauen, konisch geformten Deckenplatten und der inneren Glasfassade mit dunkelgrauen Aluminiumtüren. An den Stirnseiten des Baus führt eine Treppe im Schutz der auskragenden Decken nach oben. Das Edelstahlnetz, der Wein und das Zickzack der Betonplatten gibt dem Gebäude seinen unverwechselbaren Charakter.
