Fabrikgebäude in Niederstetten

Wie eine silbern glänzende Schmuckschatulle liegt das neue Fabrikgebäude eines Herstellers von Präzisionsgewindebohrern in der hügeligen Landschaft am Ortsrand von Niederstetten. Zur Gliederung des Areals griff der Architekt ein Motiv auf, das die Umgebung prägt: Steinriegel, die die Weinbauern als Windschutz ihrer Felder errichteten. Dieses Bild wurde in Form einer Rasenskulptur umgesetzt, die zugleich den Erdaushub des Gebäudes aufnimmt. In diese Struktur fügt sich die Fabrik mit ihren drei Produktionshallen ein, die durch aufgesetzte Kuben von außen deutlich ablesbar sind. Im auskragenden Obergeschoss befinden sich die Verwaltungsräume mit Panoramablick über das Tal. Darunter dient ein hangseitiger, verglaster Gang als Erschließung. Dieser geht ohne Trennung in die Hallen über, sodass die Mitarbeiter den Ausblick in die Landschaft an jeder Stelle genießen können. Das raumhohe Tragwerk der Hallen lagert auf vier Kernen aus Stahlbeton. Ein additives System aus Hauptträgern, Holzbindern und Zugseilen bildet die transparente Struktur. Auf abgehängte Decken wurde verzichtet, alle Installationen werden sichtbar innerhalb der aufgelösten Träger geführt, Oberlichter garantieren eine gleichmäßige, natürliche Beleuchtung. Eine durchgängig materialgerechte und auf das Wesentliche reduzierte Ausführung verleiht dem Bau eine unaufdringliche elegante Erscheinung.

Fabrikgebäude in Niederstetten
© Stefan Müller-Naumann