Flughafenterminal in Madrid

Mit der Erweiterung des Flughafens Madrid-Barajas um zwei Start- und Landebahnen sowie ein neues Terminal und ein zugehöriges Satellitengebäude erhöht sich die Kapazität des Flughafens auf bis zu 70 Millionen Passagiere pro Jahr. Dies macht ihn zum wichtigen Knotenpunkt des europäischen Flugverkehrs, vor allem für Fernflüge nach Südamerika. Das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Projekt beinhaltet neben Terminal- und Satellitengebäude auch die zugehörigen Parkhäuser, ein automatisches Gepäckabfertigungssystem, automatische Personenbeförderung zwischen Hauptterminal und Satellitengebäude sowie Eisenbahn- und U-Bahn-Stationen. Insgesamt umfasst die Anlage über eine Million Quadratmeter Nutzfläche. Ihre gewaltige Größe führte zu der Entscheidung, für die Hauptgebäude eine beliebig erweiterbare, repetitive Struktur aus großmaßstäblichen Modulen auf einem Konstruktionsraster von 18 × 9 Metern zu wählen. Die linear gerichtete Anlage mit ihrer klaren Raumfolge wird geprägt von Reihen schmaler, wellenförmiger Dachelemente, die von zentralen Stützenbäumen getragen werden und Hauptterminal und Satellitengebäude überdecken. In regelmäßigem Rhythmus sorgen große Oberlichtöffnungen im Dach für tageslichtdurchflutete Abflugbereiche im Obergeschoss. Lichtgräben teilen die Geschossdecken in parallele Streifen und grenzen so die Bereiche Ankunft, Check-in, Pass- und Sicherheitskontrolle sowie Boarding gegeneinander ab. So wird die Orientierung im Gebäude erleichtert und auch die unteren Ebenen werden mit Tageslicht versorgt. Zudem gliedern die mit Brücken überspannten, gebäudehohen Lichtgräben den Gesamtraum auf spektakuläre Weise. Das Dach als bestimmendes Element der nordsüdorientierten Gebäude beschattet die verglasten Fassaden mit weiten Überständen. Zusätzliche Sonnenschutzelemente an den Gebäudelängsseiten sind vom Dachüberstand abgehängt und lassen die Fassaden noch stärker in den Hintergrund treten. Die Unterseite des mit Aluminiumblech gedeckten Daches ist mit Bambusleisten verkleidet, wodurch eine nahtlose, weiche Oberfläche entsteht, deren Rhythmus die Passagierbereiche im Inneren bestimmt.

Flughafenterminal in Madrid
© Roland Halbe