Wie Bilder aus der Vorstadt rahmen die großen Fenster beim Ausblick aus dem Kulturzentrum Trudering die umliegenden Einfamilienhäuser, Gebrauchtwagenhändler und Supermärkte. Vom Lärm der viel befahrenen Wasserburger Landstraße, die verbindende Achse zwischen der Peripherie und dem Zentrum Münchens, ist im Gebäude nichts zu hören. Direkt an dieser Ausfallstraße haben die Architekten ihren prägnanten Baukörper positioniert – deutlich sichtbar als kulturelle Landmarke inmitten des kommerziellen Umfelds – aber auch, um die südliche Hälfte des Grundstücks für spätere Bebauungen freizuhalten. Zur Straße hin zeigt sich der 45 Meter lange Kubus glatt. Nach Süden dagegen bildet die Auskragung der Obergeschosse ein schützendes Vordach über der Terrasse. Beide Seiten sind durch einen Weg verbunden, der auf der Breite einer Gebäudeachse den Baukörper durchschneidet: Im Norden dient er als Vorplatz, im Gebäudeinneren weitet er sich zu einem zweigeschossigen Foyer, das von Galerien durchquert wird. Die Erschließungsflächen im Obergeschoss lassen sich durch das Foyer und über die Saalempore zu einem Rundgang verbinden. Die Durchlässigkeit und Komplexität des Raumgefüges kommt am besten bei geöffneten Saaltüren zur Geltung. Dann ergeben sich Durchblicke in den Himmel, in das Foyer und auf die Terrasse.
