Die Architekten setzten sich das anspruchsvolle Ziel, am heterogenen Stadtrand von Dresden ein Gebäude zu errichten, das zwar den niedrigen Kostenrahmen einhält, dabei aber sichtbar höheren Ansprüchen genügt als die benachbarten Gewerbebauten. Betrachtet man den wohl proportionierten Baukörper, so scheint das gelungen zu sein. Dank der L-Form schafft er Raum und Volumen, die Fassaden sind klar gegliedert und präzise detailliert, das gleichmäßige Konstruktionsraster und die ruhige Kubatur bringen Ordnung in das chaotische Umfeld. Das Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft benötigte neue Büroräume für die Verwaltung und Flächen für ein Schulungszentrum. Ein dreigeschossiges Foyer verbindet die verschiedenen Nutzungen, ein introvertiertes Atrium ist der Verwaltung zugeordnet. Um die Kosten gering zu halten, beschränkten sich die Architekten auf wenige Materialien. In ein modulares System sind vorgefertigte Furniersperrholz-Aluminium-Fensterelemente eingepasst, dazwischen ist die Stahlbetonkonstruktion mit schwarzen Faserzementplatten verblendet. Alle Details sind bündig ausgeführt, alle Übergänge folgen dem gleichen Prinzip. Die Konstruktion bleibt auf gängige Produkte und Formate beschränkt und ist so für viele Firmen problemlos machbar. So konnten günstige Anbieter gefunden werden. In einer gleitenden Detail- und Rohbauplanung wurden die Details zeitnah zur Ausführung auf die aktuellen Anforderungen abgestimmt. Das zentrale Atrium erleichterte die Umsetzung eines passiven Klima- und Lüftungskonzepts. Im Winter dient es der solaren Wärmegewinnung und ganzjährig der Lüftung. Im Boden wird vortemperierte Außenluft über einen Erdkanal eingeleitet, über Lüftungsflügel im Glasdach kann die Abluft entweichen und die Frischluft nachströmen. In den umliegenden Büroräumen bilden leichte Trennwände eine Ausnahme im Massivbau. Raumhohe Türen ohne Stürze, einheitliche Bodenbeläge und weiß verputzte Wände halfen auch hier Kosten zu sparen, ohne Qualität einzubüßen.
