Mit knappem Budget errichtete der Architekt ein einfaches, aber gut durchdachtes Haus für eine vierköpfige Familie. Wegen des feuchten Untergrunds steht es auf Pfählen; nur der massive Betonkern reicht bis in den Erdboden. Dieser beherbergt Bäder, Küchenzeile, Garderobe sowie den über eine Klappe im Boden zugänglichen Keller. Gleichzeitig teilt er das längliche Gebäude in zwei Teile: Auf der Südseite sind die beiden Kinderzimmer angeordnet, im Norden das Wohnzimmer, das Elternschlafzimmer und darüber – die Neigung des Pultdachs ausnutzend – eine Galerie als Arbeitsplatz. Die Räume besitzen den Charme eines veredelten Rohbaus: Der versiegelte Estrich dient als Fußboden, die Leitungen sind sichtbar geführt und die Wände wurden teilweise roh belassen. Die eigentliche Besonderheit des Gebäudes liegt in seiner Konstruktion: Das Haus wurde – bis auf den Kern – aus gepressten Strohfaserplatten gebaut, einem emissionsfreien und recycelbaren Baustoff. Böden, Decken und Wände bestehen aus Sandwichelementen, die nach demselben Prinzip aufgebaut sind: Die äußere Schicht aus hochverdichteten Strohfaserplatten übernimmt die tragende Funktion, die Füllung aus leichten Strohfaserplatten die Wärmedämmung. Alle Elemente wurden vorgefertigt und auf der Baustelle montiert. In nur vier Monaten wurde das komplette Gebäude fertig gestellt.
