Gartenpavillon in Soest

Die »Kerkenbuurt« im niederländischen Soest ist ein historisches Gebäudeensemble, das unter Denkmalschutz steht. Die Behörden akzeptierten daher die Erweiterung eines der Wohngebäude aus dem Jahre 1782 nicht als Umbau, sondern nur in Form eines frei stehenden Pavillons. Dank des flexiblen Grundrisses und großzügiger Abstellflächen kann dieser nun als Gästehaus, Atelier oder Orangerie genutzt werden. Das Souterrain aus Beton ist visuell über einen gläsernen Streifen in der Decke mit dem Obergeschoss verbunden. Auf diesen Sockel aufgesetzt, bilden fünfzehn Rahmenbinder aus Lärchenholz den oberirdischen Teil des Pavillons und verwandeln sich im Inneren zu einem wandhohen Bücherregal. Die Konstruktion ist durch eine Verkleidung aus Multiplexplatten ausgesteift. Fassade und Dach schließen mit einer schwarz gestrichenen Stulpschalung nach Norden hin ab. Damit erinnert der Pavillon formal an die Scheunenbauten, an deren Stelle er steht. Im Süden ist die Fassade verglast und erlaubt den Blick über Dorf und Landschaft. Sechs Schiebeelemente mit Holzlamellen dienen als Sonnenschutz für den multifunktionellen Raum, eine teilweise überdachte Terrasse schließt im Süden und Osten an. Der zentrale Kern erfüllt mehrere Funktionen: Neben Treppe und Installationen nimmt er auch raumtrennende Schiebetüren auf.

Gartenpavillon in Soest
© Robert Poeze