Die neue Residenz der Schweizer Botschaft dient nicht nur als Wohnhaus, sondern vor allem als Ort der Repräsentation, für politische, soziale und kulturelle Veranstaltungen – und selbstverständlich auch als Ausdruck Schweizer Architektur und Kultur. Von dem parkähnlichen Grundstück in einem gehobenen Wohnviertel im Nordwesten der Stadt fällt der Blick auf das Washington Monument im Zentrum. Entlang einer Diagonale, die diese Sichtachse aufnimmt und sich von der Vorfahrt bis zur großen Terrasse erstreckt, liegen die Salons für offizielle Anlässe. Die Sequenz dieser sich überlappenden, flexibel zuschaltbaren, repräsentativen Räume charakterisiert den kreuzförmigen Grundriss, der außen vier Höfe abteilt. Diese sind jeweils unterschiedlichen Bereichen zugeordnet und verschieden gestaltet, etwa als Kräutergarten oder mit Wasserbecken. Über Eck gewähren sie vielfältige Bezüge von innen nach außen und wieder auf das Gebäude. Die Privaträume für Botschafter und Personal sowie die Gästesuiten im Obergeschoss erreicht man über das zweigeschossige Foyer. Offene Galerien bieten hier vertikale Durchblicke und können auch als Rednerbalkon genutzt werden.
Die Materialien der Gebäudehülle – weißes, eisig wirkendes Glas und schieferfarben gefärbter Beton mit reliefartiger Textur – sind als abstrakte Referenz an die Schweizer Bergwelt zu verstehen. Wie aus einem dunklen Monolithen herausgeschnitten erscheinen die von hellen Flächen begrenzten Höfe. Vertikal angeordnete Elemente aus transluzentem Profilbauglas prägen ihre Fassaden. Sie sind teils transparent mit Isolierverglasung und teils opak mit Wärmedämmung hinterlegt. Quadratische Fenster und große Schiebetüren komplettieren die nachts von innen strahlende Komposition. Horizontal strukturierte, mit versetzt angeordneten Latten geschalte Betonmauern fassen das Gebäude an den Stirnseiten. Passive Solarnutzung, ein begrüntes Dach sowie anspruchsvolle Haustechnik sichern einen mit Minergie vergleichbaren Energiestandard.