Wohnhaus in Fürstenaubruck

In Fürstenaubruck, einem kleinen Ort südlich des schweizerischen Chur, liegt das Einfamilienhaus als klarer Baukörper in einem Obstgarten, zwischen heterogener Wohnbebauung und dem baumbestandenen Wall, der das Grundstück von einem Bach trennt. In der schlichten Form des Satteldachhauses verbirgt sich ein komplexes inneres Gefüge, das die traditionelle Strickbauweise neu interpretiert. Massive Wände aus Fichtenbohlen bilden den Kern des Gebäudes, der die Wohn- und Schlafräume definiert. Die Holzwände, teilweise bis zu stützenförmigen Elementen aufgelöst, verspringen im Grundriss und sind so gegeneinander versetzt, dass sie unterschiedliche Bereiche und Nischen bilden. Der Kern wird von den Nebenräumen als offene Raumabfolge aus Eingang, Flur mit Leseplatz und Bibliothek sowie den beiden Bädern umgeben. Die äußere, eigenständige Hülle bildet eine verputzte Holzständerwand, deren Farbspiel Bezug auf die Baumrinden nimmt. Geschossdecke und Dach werden nur von den Strickbauwänden und Stützen getragen; die homogen ausgeführte Stahlbetondecke bietet dabei die Qualitäten massiver Bauteile: wärmespeichernd, schallisolierend und einfach zu bearbeiten. Die Mischbauweise des Hauses kombiniert so die konstruktiven und atmosphärischen Vorteile des massiven Holzbaus mit einer differenzierten, variantenreichen Raumausformung.

Wohnhaus in Fürstenaubruck
© Lucia Degonda