Wohnhaus in Stuttgart

Die Stuttgarter Innenstadt liegt dreiseitig umschlossen in einem engen Talkessel, weshalb ein Wohnhaus in zentraler Hanglage und Panoramablick eigentlich nichts Besonderes darstellt. Dass auf diesem hundert Meter langen und lediglich zehn Meter breiten Hanggrundstück ein Einfamilienhaus für eine vierköpfige Familie realisiert wurde, ist dennoch ungewöhnlich. Schließlich handelt es sich um eine ehemalige Schrebergartenparzelle, die an ihrem unteren Ende einen ursprünglich nur drei Meter breiten Bauraum aufwies. Nach langen Verhandlungen mit den Behörden ist es jedoch gelungen, dieses Baufenster in der Bauflucht der benachbarten Wohnhäuser auf immerhin fünf Meter Breite zu erweitern, um dort einen monolithischen, von einem hölzernen Mantel umhüllten Beton-Massivbau zu errichten – gewissermaßen als zentimetergenaues Abbild der baurechtlichen Rahmenbedingungen. Angesichts der restriktiven Vorgaben hinsichtlich der Kubatur des Baukörpers sollte der daraus resultierende Innenraum so effektiv wie möglich genutzt werden, dabei aber trotzdem großzügig wirken. Anders als bei vergleichbar dimensionierten Reihenhäusern kam es deshalb nicht zur konventionellen Aneinanderreihung und Stapelung einzelner Zimmer, sondern zur etagenweisen Addition durchlässiger Wohnbereiche. Weniger offensichtlich als bei der Eingangs- und Wohnebene zeigt sich dies bei den beiden unteren Stockwerken, in denen die Zimmer jeweils an einen freistehenden Kern aus offenen Sanitärbereichen angegliedert wurden.

Wohnhaus in Stuttgart
© Susanne Wegner