Jahrhundertelang war die 200 m westlich des Domplatzes gelegene Piazza Mercanti das Zentrum des mittelalterlichen Mailand. Der angrenzende Palazzo della Ragione, einst das Rathaus, steht komplett auf Pfeilern und war bisher nur über eine Brücke ins Obergeschoss zugänglich. Seine neue Außentreppe schafft jetzt einen zweiten Fluchtweg und einen Zugang direkt von der Straße. Wegen der beengten Situation in der Lücke zum Nachbargebäude wählten die Architekten eine filigrane Edelstahlkonstruktion, die die historischen massiven Raumkanten und den Durchgang zur Piazza nicht beeinträchtigt: Ein skulpturales Spiel mit der Leichtigkeit eines Mobiles, das von einem Pylon aus abgespannt ist und die steinernen Balustraden der historischen Balkone der Umgebung interpretiert. Der Pylon aus zwei gekanteten Edelstahlblechen neigt sich zur Seite, um von der Treppe aus einen Blick in die Piazza Mercanti zu ermöglichen. Die Windungen der Wegführung von der Loggia, hinaus in den Straßenraum, zurück unter das Gewölbe und nach einer erneuten Kehrtwende hinauf zu den Räumen inszenieren theatralisch den historischen Palazzo. Jede Stufe besteht aus 116 senkrecht gestellten wasserstrahlgeschnittenen Glasscheiben. Diese sind auf drei Edelstahlrundstäbe aufschoben und zwischen Stahlblechen eingespannt als Element auf die Stahlwange geschraubt.
