Aussichtsplattform in Bonsecours, Belgien

Mit der Geschmeidigkeit eines Reptils schlängelt sich die filigrane 60 m lange Beobachtungsplattform durch die Baumkronen des für seine Flora und Fauna bekannten Naturparks Parc des Plaines de l‘Escaut. Hier oben – mitten in den Wipfeln – bietet der Steg für Wissenschaftler, Besucher und Schulklassen die Möglichkeit, das Leben in der sonst abgeschiedenen Höhe aus nächster Nähe zu beobachten. Das Besondere an der Konstruktion ist ihr Zusammenspiel mit der Topographie. Denn während man sich auf dem schmalen Steg horizontal vorwärts bewegt, entfernt sich der Waldboden unter einem durch das abfallende Gelände bis auf eine Höhe von 15 Metern. Um dieses Erlebnis der gefahrlosen Ausgesetztheit deutlich spürbar zu machen, sind Bodenbelag und Brüstungen aus einem transluzenten Gitterrost und Stahlgittermatten gestaltet. Der gebogene Kastenträger errinnert mit den rippenartigen Verstrebungen an eine Wirbelsäule und wurde in fünf 12 Meter langen Abschnitten im Werk inklusive Geländer vorgefertigt und vor Ort auf die Stützen geschraubt. Dazu war ein Kran mit einer Traglast von 200 Tonnen und einem Ausleger von 70 Meter erforderlich. Den Auftakt für die »Promenade naturale« bildet eine schlichte Spindeltreppe aus einem Stahlrohr mit dem Durchmesser der schlanken Rundstützen, die mit Stahlseilen abgespannt sind.

Aussichtsplattform in Bonsecours, Belgien
© Serge Brison