Bis vor wenigen Jahren präsentierte sich das Nelson Atkins Museum noch als traditionell-konservatives Kunstmuseum, erstarrt in den baulichen Strukturen eines neoklassizistischen Museumspalasts aus dem Jahr 1933. Den vor acht Jahren ausgeschriebenen Architektenwettbewerb um einen Erweiterungsbau für moderne und zeitgenössische Kunstwerke begriff Steven Holl daher vor allem als Chance, das Museum gegenüber Besuchern wie auch dem kulturellen Leben der Stadt zu öffnen. Im Gegensatz zu seinen fünf geladenen Mitstreitern hatte er den neuen Museumsflügel nicht als monolithischen Baukörper auf der nördlichen Haupteingangsseite des Altbaus platziert, sondern als lang gestreckte Architekturlandschaft entlang der östlichen Grundstücksgrenze entwickelt. Größtenteils unter Rasenflächen verborgen, ist der rund 16.000 Quadratmeter große Erweiterungsbau heute integraler Bestandteil des Skulpturenparks und als solcher an den fünf hoch aufragenden Glaskuben erkennbar. Wegen ihrer tageslichtlenkenden Eigenschaften im Inneren des Museums bezeichnet Holl die Glaskuben gerne als »Linsen«.
