Mit dem neuen »Nederlands Instituut voor Beeld en Geluid« ist ein urbaner Ort entstanden, der den imposanten Auftakt zum Media-Park mit zahlreichen Fernseh- und Rundfunkanstalten bildet. Das Gebäude beinhaltet das Archiv der in den Niederlanden erzeugten Ton- und Bildaufzeichnungen, Ausstellungen zur Geschichte der Medien, Büros und eine Cafeteria. Der markante Kubus von 54 m Seitenlänge und 26 m Höhe ist ringsum mit farbigen Gläsern bekleidet, die Szenen von Fernsehsendungen aus dem Bildarchiv wie auf einem großen flimmernden Bildschirm nach außen tragen. Das Gebäude ist strikt in zwei Teile geteilt. Archive und interne Nutzungen sind in den Untergeschossen angeordnet. Die dem Publikum zugänglichen Bereiche schweben auf nur wenigen Auflagern über dem Erdgeschoss. Dieses treppt sich über mit Tischen möblierte Stufen zum See hin ab und bildet mit der Terrasse im Freien als »Bühne« ein Theater. Über den eingezogenen Eingang gelangt man auf eine Brücke, von der aus sich die ganze Dramatik der Eingangshalle darbietet. Nach unten staffelt sich terrassenartig ein mit Schiefer bekleideter Lichtgraben, der die fünf unterirdischen Geschosse erschließt. Beim Blick nach oben stufen sich um 90 Grad gedreht dazu die auskragenden Höhenversprünge des großen Ausstellungsraums in den sechsgeschossigen Luftraum der Halle, die sich nach oben verjüngt. Die getreppte Untersicht ist als Akustikdecke ausgebildet und mit ihren durch Federn gehaltenen perforierten Aluminiumplättchen formal an die Membranen von Lautsprechern angelehnt. Die bunte Bildschirmfassade scheint bei Tag auf allen Seiten gleich, bei eingeschaltetem Kunstlicht zeichnet sich die innere Organisation mit drei unterschiedlichen Wandaufbauten ab: Die geschlossene Außenwand der großen Blackbox des Ausstellungsraums ist innen dunkelblau und auf der Außenseite hinter dem Glas weiß gestrichen. An den Stirnseiten des Atriums wird die Glashaut zur frei abgehängten Doppelfassade, die den Innenraum wie die Glasmalereien einer gotischen Kathedrale mit farbigem Licht flutet. An der Südfassade ist die Glashaut einer konventionellen Pfostenriegelfassade der Büros vorgestellt. Hier sind für den freien Ausblick die bunten Gläser in jeder dritten Büroachse durch Klarglas ersetzt. Die Farben sind bewusst dynamisch horizontal verwischt eingesetzt als dialektischer Kontrast zu den statisch objekthaften Reliefmotiven, die an Augenblicke gefrorener Zeit erinnern. Diese Überlagerung aus abstrakt flüchtiger Farbigkeit und konkreten Bildmotiven erzeugt eine homogene Gebäudehülle, die nicht in additive Einzelbilder zerfällt, sondern sich als monumentales Ganzes im Stadtraum behauptet.
