Temporäres Terminalgebäude in Wien

Als Übergangslösung bis zur Fertigstellung der ersten Erweiterungsphase des Wiener Flughafens im Jahre 2009 wurde das temporäre Terminalgebäude 1A errichtet. Geringes Gewicht auf dem bestehenden Parkdeck und eine kurze Planungs- und Bauzeit von fünf Monaten waren die wichtigsten Parameter. Die 51 × 29 m große Halle besteht aus einer konventionellen Stahlkonstruktion mit einer transluzenten Gebäudehülle aus Polycarbonat-Stegplatten, die alle vier Seiten vollflächig umgibt. Je nach den Anforderungen an die Innenräume wird der Außenwandaufbau um eine Gipskartonständerwand ergänzt. So ergibt sich von außen eine Mehrschichtigkeit zwischen den dunkleren transluzenten Öffnungen und den helleren Bereichen, wo die opaken Wandteile hinter der Kunststoffhülle liegen. Zwei zusätzliche Schichten verleihen dem archaischen Gebäude weitere Komplexität. Auf der Außenseite sind Flugzeuglogos und die Beschriftung auf die Fassade gedruckt, auf der Innenseite schimmert die vage Struktur sich anscheinend bewegender Gräser durch die Hülle. Die Gräser wurden auf eine Folie gedruckt und bereits im Werk auf die Paneele aufgezogen. Da sich keines der Muster wiederholt, mussten die Platten numeriert und bei der Montage zur richtigen Zeit an den richtigen Ort gebracht werden. Die Eckausbildung ist denkbar einfach: Die Platten werden bis auf die äußerste Schale eingekerbt und auf Gehrung umgebogen. Die Polycarbonatplatten für die vollflächige Lichtdecke sind optisch identisch mit den Fassadenpaneelen, weisen jedoch vier anstatt sechs Schalen auf, da hier keine dämmenden Eigenschaften erforderlich sind. Dadurch sind sie leichter und kostengünstiger. Um ein Herausrutschen durch die Verformung im Brandfall zu verhindern, wurden Punkthalter im Abstand von 90 cm vorgesehen.

Temporäres Terminalgebäude in Wien
© Eduard Hueber/archphoto.com