Auf der Inselgruppe Svalbard nördlich des Polarkreises hat das Klima maßgeblichen Einfluss auf Alltag und Architektur. Die Fläche ist zu 60 % mit Gletschern bedeckt. Obwohl die mittleren Temperaturen gemäßigt sind, machen lange Kälteperioden mit bis zu –30 °C und starke Winde die dunklen Winter unwirtlich. Der Neubau erweitert das Science Centre Svalbard um ein Vielfaches. Das norwegische Universitätszentrum UNIS, spezialisiert auf arktische Forschung, hat nun Kapazitäten für 550 Studenten. Zudem erhielten das Svalbard-Museum, das norwegische Polarinstitut und auch der Verwalter der Inselgruppe neue Räumlichkeiten. Die expressive Gebäudeform ist nicht willkürlich: Computersimulationen ermittelten eine optimierte Form, um Schneeverwehungen, besonders an Fenstern und Eingängen, zu vermeiden. Der kupferummantelte Neubau ist mit ca. 300 Bohrpfählen im Permafrostboden verankert. Kupfer eignet sich gut als Fassadenverkleidung, da es auch bei großer Kälte formbar bleibt. Die Hauptkonstruktion aus Holz wurde so weit wie möglich vorgefertigt und per Schiff angeliefert. Zudem kann das Material leicht vor Ort weiterbearbeitet werden und verhindert Wärmebrücken. Im Inneren sind die Räume holzverschalt und zeichnen die komplexe Gebäudeform nach. Das warme Material und das großzügige, lichte Foyer machen auch die zweimonatige Polarnacht erträglich.
