Tagungszentrum Schloss Hohenkammer

Schloss Hohenkammer, etwa 40 Kilometer nördlich von München gelegen, ist eines der wenigen erhaltenen Renaissance-Wasserschlösser in Bayern. Eine Sanierung in den 70er-Jahren zerstörte jedoch viel von der historischen Substanz. So ersetzten etwa Stahlträger mit aufgelegten Porenbetonelementen einen Großteil der Holzbalkendecken. Bei der aktuellen Umgestaltung war es daher nicht möglich, einen Urzustand zu definieren und diesen wiederherzustellen. Ebenso wenig konnten die Architekten klare Kontraste zwischen Alt und Neu herausarbeiten. Also entschieden sie sich für eine atmosphärische Angleichung der Zeitebenen, mit dem Ziel, ein einheitliches Ganzes zu schaffen. Sie nahmen Umbauten weitgehend zurück oder formulierten sie um. Unzerstörte historische Fragmente wurden sorgfältig erhalten, neu eingefügte Elemente sind eher auf den zweiten Blick als solche zu erkennen. Auch für den modernen Konferenz- und Seminarbetrieb notwendige Eingriffe sollten möglichst wenig in Erscheinung treten. Dennoch werden einige dieser Maßnahmen durchgängig thematisiert: Wandheizungen unter Putz sind als brüstungshoher Sockel ablesbar, Bodenöffnungen für die Medientechnik generieren ein an Renaissanceböden erinnerndes Parkettmuster. Stahlklappen, hinter denen Schaltkästen verborgen sind, ähneln alten Kamintüren.

Tagungszentrum Schloss Hohenkammer
© Michael Heinrich