Kapelle in Palmela

Ruhe und Stille beherrschen nun den einst energiegeladenen Raum des Transformatorhäuschens auf einem ehemals landwirtschaftlich genutzten Gelände in Palmela, südöstlich von Lissabon. Im Zuge der Umnutzung des Areals zu einem Glaubenszentrum wurde der Technikbau unter weitgehender Beibehaltung der äußeren Erscheinung in einen Gebetsraum umgewandelt. Ein Rankgerüst aus L-förmigen Stahlprofilen und gespannten Edelstahlseilen, das sich U-förmig um den Kubus legt, stellt die einzige bauliche Ergänzung dar. Dadurch entsteht ein kleiner, gekiester Vorplatz. Von diesem gelangt man durch den neu gestalteten Eingang in das Innere, das eine textile Trennwand vor direktem Licht und Einblicken schützt. Belichtet wird der Altarraum in erster Linie über ein neu eingeschnittenes Oberlicht; eine weitere bereits im Bestand vorhandene Öffnung, nur ca. 20 cm über dem Boden neben dem Eingang, verwehrt dem Andächtigen den direkten Ausblick und bewahrt damit die Introvertiertheit des Raums. Das Innere ist mit weiß gestrichenem Gipskarton ausgekleidet und steht in Kontrast zur dunkel geputzten Außenfassade. Die reduzierte Einrichtung besteht aus einem Altar aus Lärchenholz, der an drei Seiten von einer Holzbank aus demselben Material umgeben ist. Mit den Jahren wird das Rankgerüst völlig mit Grün bedeckt sein, der Andachtsraum mit dem Park verschmelzen.

Kapelle in Palmela
© DMF, Lissabon