Wer hätte gedacht, dass ein kleiner Frosch der Anlass für den Bau dieses Aussichtsrings mit rund 180 Metern Durchmesser sein könnte. In einem stillgelegten Steinbruch in der Nähe des Olympiageländes von Sydney hat sich im Lauf der Jahre ein Biotop mit einem großen See gebildet. Hier fühlt sich die bedrohte Art des Gold-Laubfrosches besonders wohl und vereitelte so den Bau der ursprünglich geplanten Tennis- und Freizeitanlage. Der Frosch reagiert sensibel auf Störungen; so musste verhindert werden, dass die Besucher die Grube direkt betreten können. Ein mehr als 20 Meter über dem See schwebender stählerner Ring dient interessierten Natur- und Tierfreunden deshalb nun als Aussichtsplattform und bietet gleichzeitig eine Ausstellung über die Geschichte des Steinbruchs und die Evolution der dort lebenden Amphibien. Fernrohre auf zwei Aussichtskanzeln erlauben einen vergrößerten Blick auf den Frosch und seine Umgebung. Texte und Grafiken der Ausstellung sind direkt auf die farbigen Glasplatten der äußeren Ringwand aufgedruckt und durch vier partielle Überdachungen geschützt. Aufgelockert wird die umlaufende Verkleidung durch den Wechsel von transparenten Glasplatten und perforierten Aluminiumblechen in verschiedenen Farben. Der stählerne Ring stellt mit seiner filigranen Konstruktion und strengen Geometrie einen starken Kontrast zum schroffen, amorphen Charakter des Steinbruchs dar, nimmt jedoch die Höhe der oberen Abbruchkante auf und fügt sich auch in seiner Kreisform harmonisch in die Geländeform ein. Der Kreis besteht aus 26 Scherenstützen, die oben und im Kreuzungspunkt durch ringförmig umlaufende Profile verbunden sind und mit Stahlseilen ausgesteift werden. Betreten werden kann der Ring nur über zwei auf der Abbruchkante aufliegende Brücken, eine davon führt zum Olympiagelände, die andere zu Parkplatz und Freizeitpark. Von dieser »Tribüne« aus bildet die Grube eine großartige Kulisse für den Auftritt des Gold-Laubfrosches.
