Zwei Dörfer im Schweizer Kanton Fribourg wurden, um die Verwaltung zu vereinfachen, zusammengelegt. Die vergrößerte Ortschaft benötigte ein neues Gemeindezentrum und lobte einen Wettbewerb aus. Dem Entwurf liegt die Idee der »Verortung« zugrunde: Der Neubau soll kein Fremdkörper im bestehenden Gefüge sein, sondern in Form und Materialität die Tradition des Ortes fortführen. Die Architekten richteten den Neubau wie alle öffentlichen Bauten (Kirche, Schule, Dorfgasthaus) mit seinem Giebel senkrecht zur Dorf-straße aus und lagerten dem Eingang eine Freifläche mit zentral gesetztem Baum vor. Es entsteht ein Dorfplatz, den es zuvor im Ort nicht gab. Das Satteldach mit Schornstein greift auf die vorhandene Formensprache der regionalen Bauernhäuser zurück – jedoch fehlt jeglicher Dachüberstand. Eine Außenhaut aus Tuffstein überzieht das gesamte Gebäude und unterstreicht seine kantige Erscheinung. Die Fassade besteht aus drei unterschiedlich hohen Lagen fugenlos gefügter Steine und geht in die regelmäßig sich überlappenden Platten des Dachs über. Dieses wird im Laufe der Zeit bemoosen und das Gebäude erhält eine natürliche Patina. Tuffstein ist grobporig und verhindert damit das Aufsteigen von Grundfeuchte – ein ideales Baumaterial, das in dieser Gegend seit jeher für Fundamente und Sockel eingesetzt wurde. Die Steine stammten ehemals aus dem nahe gelegenen Steinbruch. Doch die Bemühungen der Architekten, dieses still- gelegte Abbaugebiet wieder zu beleben, schlugen fehl, und so verwendeten sie schließlich Platten aus Italien.
