Umnutzung einer Schlosserei in ein Wohnhaus in Memmingen

Die ehemalige Schlosserei steht in einem dichten Gefüge aus Nachbarhäusern, flankiert von engen Gassen inmitten eines vernachlässigten Viertels der Memminger Altstadt. Die Architekten haben die Konstruktion bewahrt, teilweise statisch ertüchtigt und mit Dämmung und einer hinterlüfteten Holzfassade ergänzt. Die zum Wohnhaus umgebaute Schlosserei hebt sich durch ihre schlichte Form ab, die auf wenige signifikante Elemente reduziert ist. Die Holzverschalung ist mit akkurat gesetzten Schrauben befestigt. Unterschiedlich breite Schalungsbretter beleben die dunkle Fassade. Auf Straßenniveau ersetzen leicht verspiegelte Glasscheiben die originalen Sprossenfenster. Sehr markant wirken innerhalb der flächigen Fassade die Fenster der oberen Geschosse mit ihren schrägen, tiefen Leibungen. Eine Dachterrasse auf dem Garagenanbau, der überdachte Grillplatz und eine Loggia gleichen fehlende Grünflächen aus. Im Inneren bleibt der rohe Werkstattcharakter des Erdgeschosses erhalten. Im Gegensatz dazu erscheinen die Schlafzimmer in der Etage darüber wie aus einem Guss: Die tragende Holzstruktur verschwindet in ihren Wänden. Ganz oben liegen Küche und Wohnräume. Sie öffnen sich in den bestehenden Dachstuhl, der durch eine Galerie unmittelbar erlebbar ist. Wie selbstverständlich wirkende Einbaumöbel vervollständigen die Symbiose von alt und neu.

Umnutzung einer Schlosserei in ein Wohnhaus in Memmingen
© Rainer Retzlaff