Kirche in Jyllinge

Wie eine riesige Skulptur erhebt sich die Heilig-Kreuz-Kirche von Jyllinge aus der flachen Seenlandschaft der Hauptinsel Dänemarks. Von Weitem wirkt die Oberfläche des felsenartigen Baukörpers wie Beton, beim Näherkommen wie grünlich glänzender Marmor. Erst aus unmittelbarer Nähe zeigt sich, dass seine scharfkantige Hülle aus fugenlos verlegten Kunststoffpaneelen besteht, die ihm seinen monolithischen Charakter verleihen. Die Kirche umfasst zwei Gebäudeteile: den introvertierten rechteckigen Baukörper, der auf zwei Geschossen Ankleide, Sakristei und Baptisterium beherbergt, und den Kirchenraum, der sich zum Altar hin verengt. Hier sind Wände und Decke überwiegend geschlossen, nur schlitzartige Öffnungen gestatten gezielte Ausblicke in die umgebende Landschaft und in den Himmel. Im Gegensatz dazu öffnet sich der Raum, vom Altar aus geblickt, durch die vollflächige Verglasung hindurch bis hin zu einer Terrasse. Dort finden im Sommer auch Messen und Konzerte im Freien statt. Die Fensterschlitze, das Oberlicht und das transluzente Kunststoffdach lassen bei Sonnenschein interessante, fast transzendente Lichteffekte und Schattenspiele im Inneren entstehen. Erst nach längerer Betrachtung bemerkt man, dass die gesamte Decke stimmungsvoll leuchtet. Die Kreuzform des Oberlichts korrespondiert hierbei in subtiler Zeichenhaftigkeit mit dem Namen des Gotteshauses.

Kirche in Jyllinge
© Torben Eskerod