Im Zuge der internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land soll in der Lausitz bis 2010 Europas größte Seenlandschaft entstehen: Tagebaurestlöcher, Relikte aus der Zeit der Braunkohlegewinnung, werden geflutet. Eine Landmarke soll diesen Wandel der Region – von einer Bergbau- zu einer Seenlandschaft – symbolisieren. Der 30 Meter hohe Aussichtsturm mit dreieckigem Grundriss befindet sich an der Mündung des Sornoer Kanals in den Sedlitzer See. Zur Wasserseite zeigt er sich mit seinen geschlossenen Flächen als einfache Stele; zur Landseite hingegen öffnet er sich und lässt seine skulpturalen Treppenläufe erkennen. Der Aufstieg auf die Aussichtsplattform über neun versetzt angeordnete Treppen und acht Podeste unterschiedlicher Geometrie wird als Erlebnis inszeniert. Verschiedene Raumsituationen reihen sich aneinander: Mal wirkt der Raum bergend, mal öffnet er sich. Alle Konstruktionselemente sind statisch wirksam. Die Wände bestehen aus übereinander geschweißten Hohlkörpern, die durch innenliegende Querträger ausgesteift sind. Der wetterfeste Stahl des Aussichtsturms wird mit der Zeit durch die Witterung eine rotbraune Patina annehmen. Wenn sich in einigen Jahren die Tagebau-löcher in Seen mit grünen Ufern verwandeln, wird die Landmarke mit ihren rostroten Flächen an die Industriegeschichte der Region erinnern.
