Kulturzentrum in Paris

Die »Docks von Paris«, eine 280 m lange Stahlbetonstruktur vom Beginn des letzten Jahrhunderts, begrenzen weithin sichtbar das aufstrebende Quartier um den Quai d’Austerlitz zur Seine hin. Im Rahmen eines 2004 ausgelobten Wettbewerbs für ein neues Kulturzentrum mit Modeschule, Ausstellungsflächen, Cafés und Läden wurde das in den vergangenen Jahrzehnten stark vernachlässigte Gebäude zur Disposition gestellt. Das Pariser Büro Jakob + MacFarlane gewann den Planungsauftrag dagegen mit dem Konzept, die geforderten Programmpunkte in den stringenten Rasterbau zu integrieren. 2007 fertiggestellt, erhielt das Gebäude ein neues Gesicht durch eine auf der Flussseite vorgehängte Erschließungszone, die typologisch zunächst an die berühmten Fahrtreppen des Centre Pompidou erinnert. Mit ihrer architektonischen Gestalt assoziiert man hier jedoch keine Maschine, sondern eher einen pflanzlich anmutenden Organismus. Dessen langgestreckte Geometrie wurde nach Aussage der Architekten aus dem Raster der alten Halle abgeleitet und mit digitalen Mitteln verzerrt. Die komplexe Hülle bildet in Teilen den öffentlichen Weg vom Straßenniveau auf die Dachterrasse und dient für diese an ein Schiffsdeck erinnernde Promenade als Witterungsschutz. Die klimatisierten Räume dahinter besitzen eine eigene Fassadenschicht.

Kulturzentrum in Paris
© Nicolas Borel