Galerie und Kunstschule in Waiblingen

Wie zwei Kieselsteine liegen die Gebäude der Kunstschule Unteres Remstal und der Galerie Stihl der Stadt Waiblingen am Ufer der Rems. Mit ihrer abstrakten Anmutung schaffen sie einen Übergang vom weiten Landschaftsraum zum engen Gassengewirr der Altstadt. Vom Fluss kommend bildet die Engstelle zwischen den polygonalen Profilbauglasfassaden eine Neuinterpretation der historischen Stadttore. Auf den ersten Blick scheinen beide Gebäude identisch, doch die horizontale Mittenteilung der Fassade der Kunstschule lässt auf die Differenzierung im Inneren schließen: Eine Zwischenebene orientiert sich hier zur zentralen zweigeschossigen Halle. Die gegenüberliegende Kunstgalerie ist als Einraum konzipiert, der lediglich durch die tragenden Kerne in Foyer, Ausstellungsfläche und Depot zoniert ist. Am Haupteingang wird die Glashülle durch ein transparentes Drehtor aus Streckmetall ersetzt, das über die gesamte Gebäudehöhe geöffnet werden kann. Hier weiten die Architekten den 0,50 m schmalen Zwischenraum der zweischaligen Fassade zu einer 2 m breiten Vorhalle auf, die als Filter auf den modernen Kunsttempel einstimmt. Der transluzente Vorhang aus mit Glasgespinst gefülltem Profilbauglas erzeugt ein neutrales Licht. Verschattungsrollos im Fassadenzwischenraum erlauben eine Tageslichtsteuerung geeignet für Skulpturen oder abgedunkelt für sensible grafische Exponate.

Galerie und Kunstschule in Waiblingen
© Christian Richters