Eingangsgebäude Verkehrshaus in Luzern

Auf dem Weg von der Luzerner Altstadt zum wichtigsten Technikmuseum der Schweiz passiert der Besucher zunächst die Prachtbauten der Fünfsternehotels entlang des Vierwaldstättersees, um schließlich das »Verkehrshaus« in eindrucksvoller Lage direkt am Ufer zu erreichen. Schon vor zehn Jahren wurde ein Wettbewerb zur städtebaulichen Entwicklung des Areals ausgeschrieben. In diesem Jahr eröffnen nun die beiden Neubauten: der Eingangsbau an der Straße und dahinter die Halle für Straßenverkehr, die plakativ mit Straßenschildern verkleidet ist. Die neuen Volumen bilden mit den heterogenen Bestandsbauten einen Hof, der für temporäre Ausstellungen genutzt werden kann. Ein Blick auf die Fassade des Eingangsgebäudes genügt, um die thematische Ausrichtung des Komplexes zu erfassen: Als Hommage an das Grundelement der mechanisierten Bewegung finden sich alle Arten von Rädern, Propellern, Felgen, Turbinen, Zahnrädern etc. hinter den transparenten Profilbaugläsern der Gebäudehülle wieder. Die großzügige Verglasung im Erdgeschoss macht das Foyer transparent und einladend, ein Restaurant öffnet sich von hier aus zur Straße, ein weiteres zum Innenhof. Hinter den Rädern im oberen Bereich verstecken sich dagegen die introvertierte Ausstellungsfläche für Kommunikationsmedien in dunkler, medientauglicher Atmosphäre und weiter oben der hellere Kongressbereich mit großer Loggia zum Seeufer. Hier sind die in die Brüstung eingelegten Räder auch von innen sichtbar. Sie sind auf Gitterroste montiert, die in der Fassade vor die Dämmung geschraubt sind. Die Außenhaut aus Profilbaugläsern wirkt aus der Ferne transparent, bei näherer Betrachtung verlieren die gewalzten Gläser – im Gegensatz zu Floatgläsern – an Transparenz und lassen ihre leicht ungleichmäßige Struktur erkennen. Je nach Blickwinkel und Lichteinfall präsentiert sich die originelle Vitrine mal als Reflexionsfläche des Parks, mal als Schaufenster für die Räder und bildet so eine abwechslungsreiche Kulisse für die Badegäste am See.

Eingangsgebäude Verkehrshaus in Luzern
© Sabine Drey