Zentrum für zeitgenössische Kultur im ehemaligen Schlachthof in Madrid

Der »Matadero« in Madrid, ein im frühen 20. Jahrhundert erbauter, ehemaliger Schlachthofkomplex, soll bis 2011 schrittweise in ein multidiziplinäres Kulturzentrum umgewandelt werden. Die Halle 17c beherbergt nun Teile von »Intermediæ«, einer Institution für zeitgenössische Kunst, die vor allem Schaffensprozesse beleuchten sowie Experiment und Interaktion fördern soll. Die Architekten entschieden sich, ihre Eingriffe in die Bausubstanz auf das Nötigste zu beschränken – wohl auch aufgrund des geringen Budgets von nur 700.000 Euro. Sämtliche vorgefundenen Spuren der Zeit sind sichtbar belassen, z.B. Reste von Korkdämmung, die auf die ehemalige Nutzung als Kühlraum hinweisen, ebenso wie Ausbesserungsarbeiten, etwa an den Stützen. Mauerdurchbrüche bleiben unbearbeitet, als seien sie eben erst herausgestemmt, Leitungen sind offen verlegt. Die neuen Eingriffe sind klar ablesbar, »sehr wenig, sehr hart, sehr sauber und sehr gerade«, wie die Architekten formulieren. Dazu verwenden sie Materialien aus industriellem Kontext, möglichst ohne weitere Verarbeitung und in Standardmaßen.

Zentrum für zeitgenössische Kultur im ehemaligen Schlachthof in Madrid
© Carlos Piñar

Ein großes Stahlschiebetor in den Außenmauern des Schlachthofkomplexes öffnet Besuchern den Weg über eine leicht geneigte Stahlrampe und durch eine Stahlschiebetür ins Foyer. Hier dominiert eine lange Theke aus verschweißten Stahlplatten den sonst beinahe roh belassenen Raum. Dahinter liegen ein Büro sowie Sanitärräume, die ebenso mit Stahlplatten verkleidet sind. Der Fußboden besteht aus poliertem Beton, wie in den angrenzenden, multifunktionalen Hallen, die wiederum mittels Stahlschiebetüren abzutrennen sind. Vor die Öffnungen der Nordostfassade sind innen mit einfachen Halterungen Gläser gesetzt.

In einem länglichen Raum entlang der Südwestfassade bildet eine gläserne Box den einzigen klimatisierten Bereich. Walzprofile aus Stahl, vorwiegend in der Dimension UPN 180, sind hier vielfältig eingesetzt: Sie dienen als Fuß- bzw. Technikboden und halten darüberhinaus oben wie unten die Glasscheiben, für die die größtmöglichen Formate ohne Zuschnitt gewählt wurden.

Architektur
Arturo Franco und Fabrice can Teslaar
Standort
Paseo de la Chopera 14, 28045 Madrid (ES)

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