Bürogebäude bei Madrid

Nur einen Steinwurf entfernt vom poppigen Wohnhaus der Architekten (s. Detail 6/2008) errichteten diese nun eine ähnlich unkonventionelle Büroröhre. Zum Teil im Gelände versenkt, gibt sie den Blick auf das baumbestandene Grundstück frei. Die Röhre besteht aus zwei Teilen: im Norden wölbt sich das Halbrund aus 20 mm starkem Acrylglas über die Flurzone, während im Süden ein Sandwich aus Polyesterplatten mit einer transluzenten Dämmung aus Polyethylen die Arbeitsbereiche vor Blendung schützt. Die Polyesterscheiben kommen bei einigen Waggons der Deutschen Bahn zum Einsatz, sind aber in kleinen Mengen nicht erhältlich. Die Architekten mussten daher eine Bestellung der Bahn für das zwölf Meter lange Stück abwarten. Auch der Bauablauf erwies sich als weitaus schwieriger als gedacht. Eine Vielzahl von Terminen war abzustimmen: Eine Firma war für die Krümmung der Scheiben verantwortlich, eine andere für die Montage und eine dritte für die Stirnseiten. Dort können die Fronten aus mattem Acrylglas mittels Flaschenzug und Gegengewicht zur Querlüftung aufgeklappt werden. Die Nordhälfte der Röhre aus transparentem Acrylglas ist aus zehn standardisierten Teilen gefügt, die lediglich an den Kanten genutet wurden, um ein Profil mit Silikondichtung einfügen zu können. So bleibt der Ausblick ungetrübt – nur der Regen hinterlässt Spuren und Töne über den Köpfen der Architekten.

Bürogebäude bei Madrid
© Roland Halbe/arturimages