»House before House« in Utsunomiya

Das »House before House« steht in einem Wohngebiet in Utsunomiya, 100 km nördlich von Tokio. Der Entwurfsidee liegt die These zugrunde, dass Wohnen nicht nur im Inneren, sondern auch im Außenraum stattfinden kann. Bei diesem experimentellen Projekt begreift der Architekt Wohnen nicht als begrenzten Raum, sondern entwickelt es im Rahmen einer dörflichen Struktur mit einzelnen »Gebäuden«, Plätzen und Treppenwegen. Innen und Außen, Haus und Garten bilden ein räumliches Kontinuum. Diese sowohl zeitlose als auch futuristisch anmutende Interpretation trifft auf traditionelle japanische Wohnvorstellungen, die nach Harmonie von Natur und dem vom Menschen Geschaffenen strebt. Das Haus ist für zwei bis vier Personen konzipiert. Zehn Kuben sind auf einem Grundstück von nur 163 m² scheinbar willkürlich verteilt und übereinander gestapelt. Dadurch entstehen sowohl offene als auch geschützte Freiräume. Treppen und Leitern erschließen und verbinden die einzelnen Würfel miteinander. Dort, wo die weißen Würfel am dichtesten stehen, bilden sie eine Schnittmenge, in der sich der Wohnraum befindet, flankiert von Küche, Bad und Schlafzimmer. Weitere Nebenräume sind separat zugänglich. Den Eindruck einer natürlich gewachsenen Siedlung verstärken Bäume in kompakten Boxen auf den Dächern, Terrassen, die sich kaskadenartig ausbreiten und höhlenartige Außenräume, die sich zwischen den Boxen und Treppen bilden. Die Klarheit der Baukörper entspricht der Einfachheit der vorgefertigten Konstruktion. Als äußere Hülle sind Stahlplatten auf einen Stahlrahmen geschweißt. In die Kuben integriert sind Pflanztröge für die Bäume. Auf der Baustelle wurden die Boxen mit einem Kran platziert, die Stahlwände innenseitig mit Dämmmaterial ausgesprüht und mit Gipskartonplatten verkleidet. Großflächig verglast öffnen sich die Kuben nach außen. Dort erheben sich die Stahltreppen leicht und filigran zwischen den Bäumen und erlauben den Bewohnern, den Außenraum stets aufs Neue zu entdecken.

»House before House« in Utsunomiya
© Daici Ano