Das neue Studentenwohnheim ist in vielerlei Hinsicht ein Ergebnis grenzüberschreitender Zusammenarbeit. So baute der chilenische Architekt zum ersten Mal außerhalb Lateinamerikas in den USA, zudem bewegen sich auch Material und Arbeitstechnik zwischen den Welten. Der Ziegel, der das Gebäude prägt, kommt beispielsweise aus der mexikanischen Grenzstadt Reynosa und ist in traditioneller Handarbeit hergestellt, während die Glasfassade zum inneren Hof nach amerikanischem Standard festverglast und die Räume dahinter klimatisiert sind. Es entsteht ein Temperaturgefälle von innen nach außen, was eine außenseitige Anbringung der Dampfsperre erforderte. Die archaische Erscheinung des Baukörpers erinnert nicht von ungefähr an klösterliche Architektur: Der Architekt sah die Nutzung des Baus – schlafen, studieren, essen – als Pendant zu der Bauaufgabe eines Klosters mit kleinen Zellen und größeren Einheiten. Aus dieser Entwurfs-idee entstand ein monolithischer Baukörper, bei dem die Gemeinschaftsräume den Sockel bilden und zum Campushof orientiert sind, die privaten Einheiten oberhalb dagegen über den Blick auf die Umgebung verfügen. Aus dem Monolith ist ein komplexer Hof ausgeschnitten, der mit seiner harten dreidimensionalen Umgrenzung wie ein städtischer Platz anmutet und gleichzeitig Schutz vor der texanischen Sonne bietet. Die Hof-fassaden stehen mit ihren bunten Glasstreifen in Kontrast zu den rauen Ziegelsteinen der Lochfassade der Außenhaut. Der Ziegel stammt aus der Uferzone des Rio Grande und wurde zunächst in handgefertigten Holzformen gepresst, dann acht Tage gebrannt, acht Tage ausgekühlt und handverlesen. So erhielt er die gewünschte Ungleichmäßigkeit. Um dies zu verstärken, wurde er teilweise gebrochen im Binder- und teilweise glatt im Läuferverband verarbeitet.
