Temporäre Markthallen in Madrid

Im Stadtteil Chueca im historischen Stadtkern Madrids beherbergen sechs weiß glänzende Pavillons die Verkaufsstände des Barceló-Markts – als temporäre Gebäude auf der »Plaza del Arquitecto Ribera« über der bestehenden Tiefgarage. Sie dienen als Ausweichquartier des angestammten Markts auf dem Nachbargrundstück, dessen maroder Altbau abgebrochen wurde und der ersetzt wird durch ein Stadtteilzentrum mit Bibliothek, Sportzentrum und Marktbereich, ebenfalls von Nieto Sobejano Arquitectos geplant. Die Entwurfsidee des temporären Barceló-Markts knüpft mit kleinteiligen, eingeschossigen und frei einteilbaren Strukturen an traditionelle Markttypologien auf öffentlichen Plätzen an. Um das Gebäudevolumen im Kontext der umgebenden Bebauung nicht zu massiv erscheinen zu lassen, ist es in sechs polygonale, zylindrische Baukörper in zwei Größen unterteilt. In unterschiedlichen Winkeln zueinander angeordnet, bilden die Pavillons eine anscheinend zufällige Gesamtform, die tatsächlich jedoch aus einfachen Variationen und Kombinationen eines Motivs besteht. Auf diese Weise wird die Monotonie eines repetitiven Musters vermieden, zugleich orientieren sich Ausrichtung und Größe der Baukörper an der jeweiligen Platzrandbebauung. Mit ihrer opalweißen, transluzenten Fassadenhülle aus Polycarbonatplatten wirken die Baukörper wie abstrakt-minimalistische Skulpturen im Stadtraum. Der Eindruck der Leichtigkeit verstärkt sich am Abend: Von innen beleuchtet erstrahlen sie wie große Laternen.

Temporäre Markthallen in Madrid
© Roland Halbe