Angenehm zurückhaltend präsentiert sich das Museum Can Framis inmitten der meist vielgeschossigen, kommerziellen Neubauten des einstigen Industrieviertels Poble Nou zwischen Barcelonas Zentrum und der Küste. Antoni Vila Casas, pensionierter Pharmazeut, gründete vor 25 Jahren die Stiftung Vila Casas mit dem Anliegen katalanische Kunst zu fördern. Zu diesem Zweck erwarb er die ehemalige Textilfabrik als Standort für die Sammlung zeitgenössischer Malerei. Obgleich von der einst vier Blöcke umfassenden Fabrik lediglich zwei Zweckbauten und ein Schornstein erhalten blieben, stellt sie ein wichtiges Zeugnis der seinerzeit bedeutenden Textilindustrie dar. Die Architekten prüften und sanierten zunächst Fundamente, Tragwerk und Dächer. Die nahezu parallelen Altbauriegel ergänzten sie mit einem neuen Trakt aus Stahlbeton. Hellgraue Farbe überzieht auch die Bruchsteinfassade und die ausgemauerten Gebäudeöffnungen des Bestands und verbindet Neu und Alt harmonisch miteinander. Im Inneren erweitern die »blinden Fenster« die Ausstellungsflächen und vermeiden zu hohen Lichteinfall. Die neuen hölzernen Fachwerkträger imitieren das alte Tragwerk und charakterisieren die schlichten Ausstellungsräume. Neu eingefügte Öffnungen akzentuieren wichtige Stellen im Nutzungsgefüge und bilden Schaufenster zur Stadt.
