Gegenüber dem Hauptbahnhof von Metz leuchtet, fast wie ein Zirkuszelt, das weiße Dach des neuen Centre Pompidou. Wie das Stammhaus in Paris ist es als innovatives, vielfältig zu bespielendes Kunst- und Kulturzentrum konzipiert: Neben den drei versetzt übereinander gestapelten containerartigen Ausstellungsboxen mit Meisterwerken aus der Pariser Sammlung gruppieren sich Veranstaltungssäle und Restaurantflächen um die große Eingangshalle, eine flexibel inszenierbare Raumlandschaft für Veranstaltungen aller Art. Das frei geformte Dach ist wie ein Tuch über die heterogenen Raumgruppen drappiert und bringt sie im Wortsinn unter einen Hut. Am Abend zeichnet sich durch die transluzente Dachmembran das sechseckige Muster der Holzkonstruktion ab. Die netzartige Struktur ist inspiriert von einem traditionellen chinesischen Strohhut, dessen hexagonales Geflecht in ein Tragwerk aus Brettschichtholzträgern übersetzt ist. Dieses ist an den Durchstoßpunkten des zentralen Masts und der Ausstellungsboxen an großen Stahlringen befestigt und formt sich zu vier trichterförmigen »Stützen«, den Fußpunkten der Konstruktion. Im Inneren überrascht die Raumfülle der 37 Meter hohen, lichtdurchfluteten hangarartigen Halle, die sich mit transparenten Fassaden aus gewellten Polycarbonatplatten und Hubtoren zum Vorplatz und auch zum künftigen Stadtviertel auf dem ehemaligen Güterbahnhofsareal öffnet.
