Betriebskindertagesstätte in Verona

Auf dem industriell geprägten Firmengelände, ca. 5 km vom Zentrum Veronas entfernt, hat die Kindertagesstätte die schwierige Aufgabe, den Kindern der rund 1500 Angestellten des Pharmaunternehmens ein häusliches Umfeld zu bieten. Angesichts der benachbarten Produktionsanlagen entschieden sich die Architekten für ein introvertiertes Gebäude, das fast das gesamte Grundstück besetzt, um dann in der Mitte einen großen offenen Spielplatz auszuschneiden. Die eigentliche Tagesstätte nimmt lediglich die Nordseite ein, im Süden ist der Baukörper auf einen geschützten Bereich aus Fassade und Dach reduziert. Die verschiedenen Altersgruppen sind in drei Einheiten aufgeteilt, und die Räume entsprechend ausgestattet. Während bei den kleinen Kindern auf Haptik der Oberflächen und sanfte Farben Wert gelegt wird, verfügen die mittleren über viele Bücher und Spielzeug, und bei den größeren Kindern ist ein kleiner Arbeitsbereich ausgewiesen. In jedem der drei zum Hof hin orientierten Räume gibt es eine Zone für gemeinsames Frühstück und Mittagessen. Die Einheiten sind mit gläsernen Schiebetüren gekoppelt, sodass sich die Alterstufen auch mischen können. Auf der hofabgewandten Seite sind den Räumen geschlossene »Schlafboxen« zugeordnet. Deren Vorzonen erschließen die Gruppenräume, ohne einen Korridor zu bilden und dienen gleichzeitig als Garderobe und Lager. Um die gewünschte häusliche Atmosphäre zu unterstreichen, wählten die Architekten Fichten- und Lärchenholz sowohl für die Konstruktion von Dach und Fassade als auch im Innenbereich. Die Freiflächen sind sparsam mit wechselnden Bodenbelägen gestaltet. Die Terrasse ist mit Lärchenholz beplankt, in der Hofmitte bildet ein Grashügel den Schwerpunkt der Anlage und unter dem umlaufenden Dach wechseln sich weiche und harte Böden ab. Hier können die Kinder Tische und Stühle aufstellen, Schaukeln in die Konstruktion einhängen und geschützt vor Sonne und Regen spielen.

Betriebskindertagesstätte in Verona
© Leo Torri