Kapselhotel in Kioto

Auf einer nur sechs Meter breiten Parzelle im Zentrum Kyotos eröffnete im Dezember ein Kapselhotel, das neue Maßstäbe bei diesem typisch japanischem Hoteltypus setzt. In den 1970er-Jahren entwickelt, werden Kapselhotels als preiswerte Unterkünfte in den Großstädten bislang hauptsächlich von Pendlern frequentiert. Das 9hours-Hotel wendet sich mit innovativer Gestaltung an neue Zielgruppen. Zwar sind die Kapseln mit 1,20 × 2,34 m nicht größer als Standardzellen dieser Hotelform, doch ist das Design hier funktional und ästhetisch zugleich, es will dem Gast hohen Komfort und angenehme Atmosphäre bieten trotz der Minimierung des Raums. Die Farbgebung unterstützt die räumliche Differenzierung: von Eingang und Lounge in strahlendem Weiß über die Grautöne der Waschräume bis hin zu den schwarzgrundigen Fluren der Schlafbereiche. Diese sind für männliche und weibliche Gäste etagenweise getrennt, mit zugehörigen Duschen und Kleiderspinden. Die Schlafkapseln bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), die einzelnen Zellen liegen auf einer Stahlunterkonstruktion; wie Waben erscheinen sie im Flur. Der Hotelname steht für die empfohlene Aufenthaltsdauer: sieben Stunden Schlaf und je eine Stunde für Duschen und Ankleiden. Seiner Funktion als Schlafstätte entsprechend ist das Gebäude introvertiert, es gibt außer den Glastüren des Eingangs keine Fenster.

Kapselhotel in Kioto
Prototyp in der Ausstellung © Akihiro Yoshida/9h