Innerhalb der dicht bebauten Altstadt von Vitoria-Gasteiz, der Hauptstadt des spanischen Baskenlands, grenzt der Neubau des Archäologischen Museums an den sanierten Bendaña-Palast aus dem 16. Jahrhundert. Ein gemeinsamer Innenhof verbindet beide Gebäude. Zum Straßenraum hin ist das neue Museum nahezu geschlossen: Eine profilierte Fassade aus Bronzeblechen wird nur durch wenige Öffnungen unterbrochen. Wie eine große Schmuckschatulle soll das Gebäude die Exponate sicher bergen. Die tiefen, mit Zedernholz verschalten Laibungen zeigen die Dimension der aufgedoppelten Außenwand, in die Museumstechnik und Vitrinen integriert sind. Diese präsentieren die Ausstellungsstücke wie Auslagen in einem Schaufenster. Vom Erdgeschoss aus, in dem Wechselausstellungen stattfinden, wird der Aufstieg zur Dauerausstellung in den oberen Etagen über eine Kaskadentreppe inszeniert. Hier sind alle Flächen des stützenfreien Ausstellungsbereichs mit fast schwarzem Holz verkleidet, das fünf schräg verlaufende Lichtfänger durchbrechen. Sie bestehen aus Stahlskeletten, die innerhalb des Museums mit transluzentem Glas umhüllt sind. Über dem Dach nehmen sie als transparente Laternen das Tageslicht auf und leiten es in die Ausstellungsräume der Obergeschosse weiter. Bei Nacht sorgen integrierte Leuchtstoffröhren für eine angenehme Lichtstimmung.
