Als wichtiger Bestandteil des neuen Stadtteilzentrums steht die Kindertagesstätte im Olympischen Dorf in Innsbruck, einer Großwohnsiedlung aus den 60er-Jahren, inmitten des Geschehens. War ihr Vorgängerbau pavillonartig eingebettet in eine weite Grünfläche, ist die neue Einrichtung ein zentraler Treffpunkt für Kinder und Eltern am Quartiersplatz des »centrum.odorf«. Das Ensemble aus Wohnturm, langgestrecktem Riegel und dem mit Pergola und Sitzbänken gestalteten öffentlichen Platz ist die Realisierung des preisgekrönten Europan 4-Projekts der Wiener Architekten Willi Frötscher und Christian Lichtenwagner, das 2006 nach längerer Planungspause fertig gestellt wurde. Mit einer Vielfalt von Nutzungen, deren ungewöhnlicher Kombination und dichter Verknüpfung gelingt es den Architekten eine urbane, belebte Mitte zu schaffen, das vitale Herz der Siedlung, das lange Jahre fehlte. Im Schnittpunkt aller Wege sind die beiden am meisten frequentierten Bereiche im Riegelgebäude zusammengefasst: Auf dem Supermarkt mit Café sind Kindergarten und Schülerhort »aufgesattelt«. Deren helle, großzügige Innenräume führen die Idee urbaner Strukturen weiter und spiegeln die Stadt als vielgestaltigen Lebensraum wider. Differenziert unterteilt, bietet das fließende Raumvolumen den 190 Kindern des Kindergartens und Horts sowohl großzügige Spielräume als auch ruhige Rückzugsbereiche. Die offene räumliche Struktur fördert die Kommunikation zwischen den Gruppen ebenso wie zwischen Eltern, Kindern und Betreuern, zwischen Generationen und Kulturen.
