Mehrfamilienhaus in Dortmund

Der Wandel des Ruhrgebiets ist auch im Dortmunder Stadtteil Hörde spürbar. Die brachliegenden Flächen des stillgelegten Hochofenwerks Phoenix sollen zu einem Innovationsstandort werden mit einer Mischung von Forschung und Entwicklung sowie Dienstleistungs-, Wohn- und Freizeitangeboten. Einige Straßen davon entfernt ist die Verwandlung eines Mehrfamilienhauses bereits vollzogen: Die Nutzung hat sich nicht geändert, wohl aber das Erscheinungsbild. Durch den Wunsch nach einem zusätzlichen Geschoss war es nötig geworden, das Dach zu erneuern sowie die Fassade zu dämmen. Entstanden ist ein »neues«, scharf gezeichnetes Gebäude. Die Fenster sind bündig in die Außenwand eingesetzt, Wandvorlagen im Bestand wurden durch den zweilagigen Aufbau des Wärmedämmverbundsystems ausgeglichen. Die glatten, verputzten Wände gehen nahtlos in das mit Zinkblech gedeckte Dach über, die Regenrinne ist in die Dachfläche integriert. Ein Oberlicht liegt verborgen auf der Hofseite. Zur Straße hin ist das Mehrfamilienhaus sehr präsent. Sowohl Längs- als auch Giebelseite kommen durch die Lage an einer Einfahrt städtebaulich zur Geltung. Vom breiten Gehweg etwas zurückversetzt befindet sich der Zugang; geschützt wird er durch ein filigranes Glasvordach. Licht fällt von oben durch einen Schacht in das anschließende Treppenhaus. So konnte in der Fassade auf zusätzliche Fenster verzichtet werden. Farbig bedruckte Aluminiumbleche machen den Aufgang zu einem »Kunstschacht«, der ein Gegenpol zu dem monochromen Farbkonzept des Wohnhauses ist. Skulptural windet sich die massive Brüstung der neuen Stahlbetontreppe empor. Die Wohnung im zweiten Geschoss variiert den Grundriss der bestehenden Wohnungen mit einem offenen Wohn- und Essbereich.

Mehrfamilienhaus in Dortmund
© Christian Richters