»Die zart geschwungene Linie des Hügels macht den ganzen Charme des Ortes aus.« Dieser erste Eindruck des Architekten führte zur Landschaftsskulptur des neuen Paul-Klee-Zentrums am Stadtrand von Bern: Drei Wellen schwingen sich über ein Getreidefeld und öffnen sich im Westen zum Tal. Ausgangspunkt für das Projekt war das Angebot der Schwiegertochter Paul Klees, der Stadt Bern 690 Gemälde zu schenken, wenn diese bis Ende 2006 ein Museum für rund 4000 Werke realisiert. Dank der Spenden des Chirurgen Maurice Müller konnte dieser Wunsch umgesetzt und das Raumprogramm sogar um ein Auditorium und ein Kindermuseum erweitert werden. Eine »Museumsstraße« im Erdgeschoss verbindet alle Nutzungen. Die Geometrie des Gebäudes besteht aus einer dreifach gekrümmten Fläche: Sie beschreibt sowohl im Grundriss als auch in beiden Aufrissen Kreissegmente. Man entschied sich für ein Tragwerk aus Stahlrippen, die mit computergesteuerten Brennschneidemaschinen in den vielen unterschiedlichen Formen ausgeschnitten und dann per Hand verschweißt wurden. Die Höhe der Träger differiert zwischen 800 und 1200 mm. Dazwischen sind Roste aus Rundrohren eingebracht, die in den Randbereichen in Bodennähe von erdgefüllten Blechschalen abgelöst werden, um einen sanften Übergang in die Landschaft zu erreichen. Auch die Auflagersituationen sind komplex: Während die Welle vorne in den Gegenschwung übergeht und an der niedrigsten Stelle punktgelagert ist, mündet sie weiter hinten im Erdreich. Dort nehmen die Stahlbetonwände der darunterliegenden Räume die Lasten auf. An allen Stellen sind die Bögen mit Zugseilen in den Deckenplatten verspannt. Am höchsten Punkt im Westen übernimmt das Dach zusätzlich die Lasten der abgehängten Fassade. Um diese möglichst flächig zu übertragen, verteilt ein V-förmiges System aus Stahlseilen und -rohren die Lasten auf jeweils fünf Rippen. Natürliches Licht war allerdings weder für das Auditorium noch für das Museum erwünscht – die Ausstellung ist in gedämpftes, kontemplatives Licht getaucht.
